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MAGS.NRW: Gesundheitsminister Laumann zum Welt-Aids-Tag 2021

Der HIV-Test bleibt auch während der Corona-Pandemie wichtig

Deutlicher Rückgang der registrierten Tests im Jahr 2020 verzeichnet

Anlässlich des diesjährigen Welt-Aids-Tages unter dem Motto „Leben mit HIV. Anders als du denkst.” am 1. Dezember ruft Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann dazu auf: „Nutzen Sie die Beratungs- und Teststruktur in Nordrhein-Westfalen auch während der Corona-Pandemie! Ein rechtzeitiger Test ermöglicht es, frühzeitig von den hervorragenden medizinischen Behandlungsoptionen zu profitieren.“

Nach Schätzungen des Robert Koch-Instituts ist die Zahl der HIV-Erstdiagnosen in Nordrhein-Westfalen im Vergleich zum Vorjahr von 680 auf 630 gesunken. Das entspricht einem Rückgang um circa acht Prozent.

Dazu erklärt Minister Laumann: „Leider kann nicht davon ausgegangen werden, dass dies einen tatsächlichen Rückgang des Infektionsgeschehens bei HIV darstellt. Vielmehr sind diese Zahlen wahrscheinlich auf die Corona-bedingten Einschränkungen des Testangebotes und auf eine geringere Testbereitschaft im Jahr 2020 zurückzuführen.“

Zahlen der landesgeförderten Tests zeigen für Nordrhein-Westfalen im Jahr 2020 einen Rückgang der durchgeführten HIV-Schnelltests um 54 Prozent und der HIV-Labortests um 50 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.
 
Viele HIV-Infektionen werden erst spät diagnostiziert. Obwohl die Zahl der HIV-Neuinfektionen rückläufig ist, bleibt der Anteil der Menschen, die beim ersten positiven HIV-Test bereits einen fortgeschrittenen Immundefekt aufweisen, unverändert hoch. Von den 630 Erstdiagnosen im Jahr 2020 erfolgten 130 erst bei bereits vorliegenden Aids-definierenden Erkrankungen. Das sind 20 Fälle mehr als im Vorjahr. Zu den Aids-definierenden Erkrankungen gehören beispielsweise bakterielle Infektionen oder Pilzerkrankungen.
 
Die Zahl der geschätzten HIV-Neuinfektionen hat sich gemäß den aktuellen Angaben des RKI vermindert: Im Jahr 2020 haben sich in Nordrhein-Westfalen geschätzt 440 Menschen neu mit dem HI-Virus infiziert. Danach ist die Zahl der Neuinfektionen im Vergleich zum Vorjahr um 55 Fälle gesunken. Im Bundesgebiet gab es im Jahr 2020 geschätzte 2.000 Neuinfektionen, wohingegen sich im Jahr 2019 etwa 2.290 Menschen mit HIV infizierten.
 
Die aktuelle Studie „positive stimmen 2.0“ zeigt zudem, dass Diskriminierung für Menschen mit HIV immer noch Alltag ist. So gibt die Hälfte der befragten Menschen mit HIV an, dass Vorurteile ihr Leben beinträchtigen. Die Angst vor Diskriminierung und vor den Folgen einer möglichen HIV-Diagnose stellt auch große Hindernisse auf dem Weg in eine Beratungsstelle dar. Eine frühzeitige HIV-Diagnose verringert jedoch das Risiko schwerwiegender Erkrankungen.
 
Nordrhein-Westfalen verfügt über eine Vielzahl von qualitätsgesicherten Beratungs- und Testangeboten zu HIV, anderen sexuell übertragbaren Infektionen und Hepatitis bei den Aidshilfe-Vereinen in freier Trägerschaft und beim Öffentlichen Gesundheitsdienst. In dem vom Land geförderten Informationsportal www.hiv-sti-test.nrw können sich Ratsuchende über die Angebote an ihrem Wohnort und in den angrenzenden Regionen informieren.
 
Zum Hintergrund:
 
Einen fortgeschrittenen Immundefekt erkennt man laut Robert Koch-Institut (RKI), wenn Symptome einer AIDS-Erkrankung auftreten oder die Anzahl der CD4-Zellen (Helferzellen des Immunsystems) weniger als 200 CD4-Zellen pro Mikroliter (μl) Blut beträgt. Der Normalwert gesunder Personen für die CD4-Zellen liegt zwischen 500 – 1200/ μl.
 
Die Zahl der HIV-Neuinfektionen und die Gesamtzahl der Menschen, die mit HIV in Deutschland leben, können nur mit Hilfe von Modellrechnungen abgeschätzt werden.