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MAGS.NRW: Minister Laumann: Land stärkt den Gesundheitsstandort Ostwestfalen-Lippe nachhaltig

Klinikum Herford erhält rund 16 Millionen Euro Einzelförderung / Ausbau der Pflegeausbildung in der Region

Mit der Einzelförderung von Investitionen in Krankenhäusern ergreift die Landesregierung effektive Maßnahmen zur Stärkung der Krankenhäuser in Nordrhein-Westfalen. Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann hat am Freitag (8. November 2019) in Herford einen Förderbescheid in Höhe von rund 16 Millionen Euro an das Klinikum Herford übergeben. Gleichzeitig verkündete er den Ausbau der bisherigen Pflegeausbildungsplätze des Herz- und Diabeteszentrums Nordrhein-Westfalen (HDZ NRW), Bad Oeynhausen von 25 auf 100 Plätze für Neustarter bis 2021.

„Ich freue mich sehr, dass das Klinikum Herford durch den Neubau der Kinder- und Jugendklinik die Versorgung der Patientinnen und Patienten deutlich verbessern kann. Durch die Anbindung an das Mutter-Kind-Zentrum und die vorgehaltenen Ambulanzen wird ein modernes familienorientiertes Zentrum verwirklicht, das modernsten Ansprüchen genügt. So wird die kinderheilkundliche Versorgung im Kreis Herford auf hohem Qualitätsniveau gesichert und dauerhaft gestärkt“, erklärte Minister Laumann bei der Bescheidübergabe.

„Mit dem Neubau der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin stellen wir die stationäre somatische Versorgung von Kindern und Jugendlichen im Kreis Herford sicher. Im engen Austausch mit den niedergelassenen Kinderärzten werden stationäre wie auch ambulante Angebote regelmäßig abgestimmt, um den jungen Menschen der Region langfristig eine adäquate Gesundheitsversorgung anzubieten. Wenn Kinder krank sind, müssen sie bestmöglich behandelt werden und dazu gehört auch eine schöne Umgebung, in der sie an der Seite ihrer Eltern gesundwerden können“, sagte Dr. Walter Koch, Chefarzt der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin am Klinikum Herford.

Geschäftsführer Armin Sülberg ergänzte: „Wir freuen uns sehr über die finanzielle Unterstützung des Landes, mit der wir ein zukunftsweisendes Projekt wie den Neubau unserer Klinik für Kinder- und Jugendmedizin realisieren können. Mit unserer neuen Kinderklinik werden exzellente Möglichkeiten für die medizinische Behandlung von kranken Kindern geschaffen, während gleichzeitig das seelische Wohlergehen durch das kindgerechte Umfeld berücksichtigt ist. Leitgedanke bei dem zukünftigen Raumkonzept ist, das Gebäude im Zusammenspiel mit dem vorhandenen Mutter-Kind-Zentrum als familienorientiertes Zentrum zu verstehen.“

Gesundheitsminister Laumann machte darüber hinaus auf den anhaltenden Fachkräftemangel in der Pflege aufmerksam. Die Investition in die Ausbildung sei der einzige Weg, um dieser langfristigen Herausforderung entgegenzutreten. In den Kreisen Minden-Lübbecke und Herford arbeiten die Kliniken und Krankenhäuser bei diesem Zukunftsthema eng zusammen. In den vergangenen Jahren wurde die Ausbildungskapazität an allen Standorten deutlich vergrößert. Die jährliche Ausbildungskapazität in der Gesundheits- und Krankenpflege und Kinderkrankenpflege an den Pflegeschulen am Klinikum Herford und dem Lukas-Krankenhaus Bünde sowie an der Akademie der Gesundheitsberufe der Mühlenkreiskliniken wurde 2019 um mehr als 100 Plätze erhöht: von jährlich 879 Ausbildungsplätzen im Jahr 2018 auf 1018 in diesem Jahr. Darüber hinaus stellen die beteiligten Kliniken erstmals 75 Plätze in der Pflegeassistenz zur Verfügung. Nun müssen gemeinsame Anstrengungen unternommen werden, um alle genehmigten Plätze auch mit Auszubildenden zu belegen.

„Auch als Land müssen wir Verantwortung übernehmen. Daher habe ich mich beim HDZ NRW dafür eingesetzt, dass die derzeit an den Schulstandorten Bünde, Herford und Minden verfügbaren 25 HDZ-Ausbildungsplätze in der Pflege bis 2021 auf jährlich 100 Plätze für Neustarter ausgebaut werden. Durch weitere Kooperationen und Maßnahmen mit den Mühlenkreiskliniken, dem Klinikum Herford und dem Lukas-Krankenhaus Bünde werden dann zum Schuljahresbeginn 2023 allein durch die Initiative des HDZ NRW voraussichtlich 300 Auszubildende verteilt auf alle drei Ausbildungsjahre in der Lehre sein“, erklärte der Minister.

„Die übergreifende Ausbildungskooperation ist ein wichtiger Schritt zur Förderung des dringend benötigten Nachwuchses in den Pflegeberufen“, betonte Thomas Fehnker, stellvertretender Geschäftsführer des Herz- und Diabeteszentrum NRW (HDZ NRW), Bad Oeynhausen, im Namen der kooperierenden Einrichtungen Klinikum Herford, Mühlenkreiskliniken, Lukas Krankenhaus Bünde und HDZ NRW. „Politik, Krankenhäuser und Öffentlichkeit haben die steigende Nachfrage nach qualifizierten Pflegefachkräften als wichtige gemeinsame, gesellschaftliche Aufgabe erkannt. Dass die Krankenhäuser seit 2017 gesetzlich die Möglichkeit erhalten haben, Pflegepersonal über den Bedarf hinaus auszubilden, ist sehr zu begrüßen.“

Zum Hintergrund Einzelförderung

Ziel der mit dem Entfesselungspaket I eingeführten Einzelförderung ist es, die Gesundheitsversorgung zielgerecht zu verbessern, um eine qualitativ hochwertige und patientengerechte Versorgung für die Menschen in Nordrhein-Westfalen sicherzustellen. Für das Jahr 2019 wurde vom Land der Förderschwerpunkt „Verbesserung der Versorgungsqualität durch strukturverändernde oder strukturstärkende Maßnahmen“ festgelegt. Dabei konnten sich Krankenhäuser bewerben, deren geplante Maßnahmen mindestens eins der beiden Kriterien „Abbau doppelt vorgehaltener Leistungsstrukturen“ oder „nachhaltige Stärkung der Leistungsstrukturen in ländlichen Versorgungsgebieten“ erfüllen.

Das Land Nordrhein-Westfalen hat für das Jahr 2019 ursprünglich Mittel in Höhe von 66 Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Vor dem Hintergrund der Vielzahl an Anträgen ist diese Summe inzwischen um weitere vier Millionen erhöht worden, so dass insgesamt rund 70 Millionen Euro an Fördermitteln vergeben werden konnten.

Das Foto oben zeigt (von links nach rechts): Manfred Pietras, Verwaltungsdirektor Klinikum Herford, Bastian Flohr, Pflegedirektor Klinikum Herford, Landrat Jürgen Müller, Landtagsabgeordnete Angela Lück, Dr. med. Walter Koch, Chefarzt der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin, Prof. Dr. med. Matthias Sitzer, Ärztlicher Direktor Klinikum Herford, Minister Karl-Josef Laumann und Armin Sülberg, Geschäftsführung Klinikum Herford.

Das Foto im Text zeigt (von links nach rechts): Oliver Neuhaus, Direktor der Akademie für Gesundheitsberufe, Mühlenkreiskliniken Minden, Bastian Flohr, Pflegedirektor im Klinikum Herford und Geschäftsführer der Schulen für Pflegeberufe Herford-Lippe, Landtagsabgeordnete Angela Lück, Christian Siegling, Pflegedirektor HDZ NRW, Roland von der Mühlen, Geschäftsführer Lukas-Krankenhaus Bünde, Minister Karl-Josef Laumann und Thomas Fehnker, Stellvertretender Geschäftsführer HDZ NRW.