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Veranstaltung zur besseren psychotherapeutischen Versorgung

Quelle: www.patientenbeauftragter.de

Die Versorgung von Menschen mit psychischen Erkrankungen verläuft oftmals nicht zufriedenstellend: Wartezeiten auf eine ambulante Psychotherapie von drei Monaten und mehr sind keine Seltenheit. Darüber hinaus weisen Studien darauf hin, dass auch die Qualität der Versorgung nicht optimal ist. Aus diesem Grund hatte der Patientenbeauftragte der Bundesregierung, Staatssekretär Karl-Josef Laumann, kürzlich zur Veranstaltung „Gegenwart und Zukunft der Versorgung psychischer Erkrankungen“ eingeladen. Gemeinsam mit Experten diskutierte er dabei über die Versorgungsprobleme und ihre Ursachen, vor allem aber über mögliche Maßnahmen zur Verbesserung der Versorgung. In der Diskussion zeigte sich dabei deutlich: Die Symptome des Problems sind offensichtlich, über Diagnose und Therapie besteht allerdings keine Einigkeit.

Ein wichtiger Ansatzpunkt in der Debatte war die sogenannte Psychotherapie-Richtlinie: Der Gesetzgeber hat den Gemeinsamen Bundesausschuss mit dem GKV-Versorgungsstärkungsgesetz beauftragt, bis zum 30. Juni 2016 diese Richtlinie zu überarbeiten. Dabei sollen unter anderem die psychotherapeutischen Sprechstunden überarbeitet und die Antrags- und Gutachterverfahren vereinfacht werden. Darüber hinaus soll bis zum 1. Januar 2017 auch die Bedarfsplanungs-Richtlinie geändert werden. Und schließlich sollen die seit Januar 2016 bei den Kassenärztlichen Vereinigungen eingerichteten Terminservicestellen auch Termine für ein Erstgespräch im Rahmen der psychotherapeutischen Sprechstunde und die sich aus der Abklärung ergebenden zeitnah erforderlichen Behandlungstermine vermitteln. An diese Maßnahmen knüpfen sich große Hoffnungen der Patientinnen und Patienten, aber auch ihrer Angehörigen, künftig zumindest zeitnah einen Ansprechpartner zu finden.

Eine mindestens ebenso wichtige Frage ist aber, ob Patientinnen und Patienten damit auch den Zugang zu einer an ihren Bedürfnissen und Präferenzen orientierten qualitätsgesicherten Behandlung erhalten. Hier sind noch viele Fragen offen. So wird in Zukunft unter anderem noch zu klären sein, wie schwerer erkrankte Patientinnen und Patienten besser und schneller Zugang zur ambulanten Versorgung erhalten. Auch stellt sich die Frage, welche Rolle Hausärzten, die für Patientinnen und Patienten oft erster Ansprechpartner sind, in der Versorgung psychischer Erkrankungen zukommen kann und soll.

Darüber diskutierten neben Staatssekretär Laumann:

Dr. Manfred Lütz, Kabarettist und Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie

Prof. Dr. Dr. Martin Härter, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf

Dr. Dietrich Munz, Präsident des Vorstandes der Bundespsychotherapeutenkammer

Prof. Dr. Dr. Ilse Heberlein, Patientenvertreterin im Gemeinsamen Bundesausschuss

Thomas Ballast, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Techniker Krankenkasse