Suche
Suche Menü

Entbürokratisierung der Pflegedokumentation: Schon ein Drittel aller Pflegeeinrichtungen nimmt teil

Quelle: www.patientenbeauftragter.de

Das vom Pflegebevollmächtigten der Bundesregierung aufgelegte Projekt zur Umsetzung der vereinfachten Pflegedokumentation verläuft sehr erfolgreich. Bereits ein Drittel sämtlicher ambulanten und stationären Pflegeeinrichtungen in Deutschland nimmt teil. Sie werden durch Schulungen der verschiedenen Trägerverbände unterstützt. Staatssekretär Karl-Josef Laumann zeigt sich zufrieden: „Erstmalig in der Geschichte der Pflege ist es gelungen, ein Entbürokratisierungsprojekt erfolgreich in die Fläche zu bringen. Ich glaube, dass wir nun die notwendige Schwelle überschritten haben, damit noch unentschlossene Einrichtungen sagen können: Das neue Modell überzeugt uns, da machen wir auch mit. Ich danke allen beteiligten Einrichtungen, Pflegekräften, Verbänden und Prüfdiensten für ihren wichtigen Einsatz. Bleiben Sie jetzt dran an der praktischen Umsetzung in Ihrer Einrichtung, damit das neue Dokumentationsmodell wirklich spürbar greifen kann. Ihr Trägerverband vor Ort hilft Ihnen dabei.“

Im Rahmen des gemeinsamen Projekts von Trägerverbänden, Kostenträgern, Prüfdiensten und Ländern hat das Projektbüro Ein-STEP des Pflegebevollmächtigten in diesem Jahr mehrere hundert Multiplikatoren von Einrichtungsträgern und Prüfdiensten geschult. Die Multiplikatoren der Verbände schulen derzeit die teilnehmenden Einrichtungen. „Was das Projekt auszeichnet, ist der direkte Austausch aller Beteiligten auf Bundes-, Landesebene und vor Ort. Wenn der Medizinische Dienst mit geschulten Pflegekräften spricht und dann seine internen Prüfanweisungen mit dem Projektbüro abstimmt, ist das Signal klar: Das Strukturmodell ist keine Eintagsfliege, sondern wird ohne Wenn und Aber von allen Beteiligten anerkannt“, sagt Laumann.

Mittlerweile haben nicht nur die Prüfdienste mit Unterstützung des Projektbüros sämtliche Prüfer zum Strukturmodell geschult. Auch die Heimaufsichten sind dabei, ihre Mitarbeiter fit zu machen. In Abstimmung mit dem Projektbüro und Elisabeth Beikirch, der ehemaligen Ombudsfrau zur Entbürokratisierung in der Pflege,  haben die Medizinischen Dienste bereits ihre Prüfanweisungen angepasst.

Eine gesetzliche Änderung im Rahmen des am 1. Januar 2016 in Kraft tretenden zweiten Pflegestärkungsgesetzes stellt klar, dass das Strukturmodell uneingeschränkt auch von den Kostenträgern anerkannt werden muss. Mögliche Zeiteinsparungen aufgrund der vereinfachten Dokumentation dürfen von den Kostenträgern bei den Vergütungsverhandlungen nicht angerechnet werden.

Die Einführung des Strukturmodells wird im Jahr 2016 fortgeführt. Ein Schwerpunkt wird sein, das Strukturmodell auch in der Ausbildung zu integrieren. Dazu sind u.a. Veranstaltungen und Gespräche mit Ausbildungsträgern vorgesehen. Außerdem wird das Strukturmodell wissenschaftlich weiter entwickelt, um es auch in der Tages- und Kurzzeitpflege einzusetzen. Für Ende 2016 sind zudem die Ergebnisse einer Evaluation des Strukturmodells durch eine vom Spitzenverband Bund der Krankenkassen beauftragte unabhängige Institution zu erwarten.