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Westfälische Nachrichten: Beliebter Brückenbauer geht Komplimente für Kubendorff

Quelle: Westfälische Nachrichten

Kreis Steinfurt –Am 12. September 1999 wurde Thomas Kubendorff hauptamtlicher Landrat des Kreises Steinfurt. Am 2. Oktober 2015 wurde er auf Kloster Gravenhorst in den freiwillig gewählten Ruhestand verabschiedet. Spitzen aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaftlichem Leben feierten ihn.

16 Jahre hat er an der Spitze des Kreises gestanden, am Freitag gab es im Kloster Gravenhorst für Thomas Kubendorff ein knapp dreistündiges Schulterklopfen und viele Geschenke. Wenn man den Worten der unzähligen Gratulanten gestern in Hörstel glauben darf, dann war der 60-Jährige nicht nur zielstrebig und visionär, ehrgeizig und neugierig, sondern auch ein Politiker nahe an den Menschen, der sich mit großer Kraft für alternative Energien, für Tourismus und für die Wirtschaft eingesetzt hat.

Oder, wie Karl-Josef Laumann, Staatssekretär im Bundesgesundheitsministerium, es formulierte: „Ein Politiker, der Fortschritt und Nachhaltigkeit miteinander verbinden kann“. Das heißt auch: Karnevalsfeiern von neuer Qualität im Kreishaus – bei denen der Landrat als James Bond, Dieter Bohlen, Angela Merkel auftauchte und die Rassekaninchenschau der Züchter des Kreises Steinfurt, die sich mit Hilfe des Landrats zu einer gigantischen Schau entwickelt habe, wie der Vorsitzende stolz erzählte.

Die Hauptperson bedankte sich am Ende für die 16 Jahre an der Spitze des Kreises. „Es war so schön“, meinte er. Er höre auf zu einem Zeitpunkt, in dem es besonders gut laufe. „Ich weiß den Kreis Steinfurt in guten Händen“, versicherte Kubendorff. Und die Kreisseite der Westfälischen Nachrichten werde er in Zukunft mit deutlich mehr Gelassenheit lesen.

Doch die Rolle als Pensionär will ihm keiner so recht abnehmen. Professor Klaus Niederdrenk, der ehemalige Rektor der Fachhochschule Münster, schenkte ihm ein Buch mit dem Titel „Ich bin noch nicht reif für den Suppenteller“. Und auch das Senioren-Menü, das ihm apetito-Aufsichtsratsvorsitzender Wolfgang Düsterberg in die Hand drückte, war bestenfalls ein Gag. Einig waren sich die Sprecher in Hörstel, dass Kubendorff ein wichtiger Motor für die Entwicklung des Kreises gewesen ist.

„Zu viel Weihrauch schwärzt den Heiligen“, zitierte Elisabeth Veldhues, Fraktionsvorsitzende der SPD im Kreistag, eine alte Messdienerweisheit angesichts des vielen Lobs. Klar habe es Streitigkeiten und Meinungsverschiedenheiten gegeben, aber seine Verlässlichkeit und Vertraulichkeit habe sie immer sehr geschätzt.

Bildungsministerin Sylvia Löhrmann (SPD) nahm mit „ein wenig Wehmut“ Abschied vom dem Landrat. Wer mit auch für das Münsterland so beeindruckenden Ergebnissen gewählt wurde, der müsse sich um Wähler und die Entwicklung der Region bemüht und gekümmert haben.

Sein Büro sei das Auto gewesen. Kubendorff habe kein Vereinsfest ausgelassen, sei so nah an den Menschen gewesen, dass er immer gewusst habe, wo der Schuh drückt. Er habe immer in die Zukunft geschaut und optimale Bedingungen für Unternehmen geschaffen, sich um die Ausstattung in Schulen gekümmert und das Potenzial der Erneuerbaren Energien erkannt. Den Steinfurtern sagte sie: „Sie können stolz auf ihren Kreis sein. Toll, dass sie es geschafft haben, diese Region so zukunftsorientiert aufzustellen.“

Kubendorffs Nachfolger Dr. Klaus Effing hob hervor, dass sein Vorgänger in den 16 Jahren immer ein Mensch geblieben. „Er hat ein ganz, ganz großes Herz.“