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Ibbenbürener Volkszeitung: Erster Spatenstich für eine neue Werkstatt der Ledder Werkstätten im Riesenbecker Gewerbegebiet Postdamm

„So eine Einrichtung gehört zur Stadt“

Erster Spatenstich für die Behindertenwerkstatt in Riesenbeck (v.l.): Ingo Hoff, Projektleiter Josef Langenhorst, LeWe-Geschäftsführer Ralf Hagemeier, Karl-Josef Laumann, die LeWe-Mitarbeitervertreter Susanne Hielscher und Michael Otte, Ortsvorsteher Eduard Runde, Vertreter des Bürgermeisters, Wilhelm Peters, und Horst Dölling, Kaufmännischer Leiter der Ledder Werkstätten. Foto: Stephan Beermann

RIESENBECK. Viele Jahre war es geplant, jetzt erfolgt in Riesenbeck die Umsetzung: Zum ersten Spatenstich für eine neue Behinderten-Werkstatt im Gewerbegebiet Postdamm trafen Freitagnachmittag die Bauherren der Ledder Werkstätten (LeWe), Projektleiter und Förderer zusammen. „Wir haben endlich auch einen Standort im Westen des Tecklenburger Landes gefunden. Damit rücken wir näher an die Menschen heran“, sagte LeWe-Geschäftsführer Ralf Hagemeier. Die neue Werkstatt trage zudem dazu bei, die akute Raumnot zum Beispiel am Standort Ledde zu entzerren.

Von den 60 Plätzen im ersten Bauabschnitt entfallen 24 auf den Arbeitsbereich für schwerst- und mehrfachbehinderte Menschen, die übrigen 36 auf weitere Menschen mit geistigen Behinderungen. Denkbar, so der Geschäftsführer, sei auch ein spezieller Bereich für Autismus. Die Erweiterung um einen zweiten Bauabschnitt sei vorgesehen, sodass die Werkstatt nach kompletter Fertigstellung 120 Beschäftigte aus Hörstel und Umgebung aufnehmen kann. Derzeit sind allein aus der Stadt Hörstel 80 Männer und Frauen bei den Ledder Werkstätten beschäftigt. Zudem werden 30 bis 35 Mitarbeiter die Beschäftigten betreuen und begleiten.

Das einen Hektar große Grundstück im Gewerbegebiet Postdamm haben die LeWe bereits vor Jahren von der Stadt gekauft. Der erste Bauabschnitt wird in eingeschossiger Bauweise, mit Flachdach und weiteren Pultdächern, erstellt. Ein Materialmix aus Verblendmauerwerk und großflächigen, bodentiefen Fenstern prägt die Außenansicht des 1400 Quadratmeter großen Baukörpers. Innen planen Hoff & Partner sechs Gruppenräume (65 bis 70 Quadratmeter), den Speisesaal mit angrenzender sogenannter Verteilerküche (Mittagessen wird angeliefert) mit 180 Quadratmetern und insgesamt rund 300 Quadratmeter an Sozialräumen. Gebaut wird jetzt in südöstlicher Richtung des Areals, sodass später weitere Erweiterungsbauabschnitte Richtung Westen möglich sind. Die Zuwegungen für Busse und Materialverkehr erfolgen getrennt. Eigentlicher Baubeginn soll im August sein. Der Einzug ist im ersten Quartal 2016 geplant.

Ausdrücklich bedankte sich Geschäftsführer Hagemeier bei „Ideengeber“ Karl-Josef Laumann für die Unterstützung. Über die Jahre hinweg habe sich Laumann, unter anderem als damaliger Landesminister, für den Bau der Werkstatt in Riesenbeck eingesetzt. „So eine Einrichtung gehört zu unserer Stadt. Ich freue mich, dass junge Leute jetzt hier eine Möglichkeit haben, nahe am Wohnort zu arbeiten“, sagte Laumann. Dies werde sich auch auf andere Bereiche positiv auswirken. Als Beispiel nannte er die Gründung von Wohngruppen: „Es wird sich mit einer neuen Werkstatt ergeben, dass Menschen mit Behinderung hier wohnen wollen. Die gehören mitten in den Wohnort, wo es auch die Infrastruktur gibt.“

Als Vertreter der Hörsteler Politik und Verwaltung betonten Eduard Runde und Wilhelm Peters, dass das Vorhaben seitens der Stadt und ihrer Bevölkerung sehr positiv gesehen und begleitet werde. Zur Begrüßung brachte Ortsvorsteher Runde einen Gutschein für die Gestaltung der Grünanlagen der Werkstatt an der Straße „Im Lerchengrund“ mit.

Finanzierung und Erweiterungspläne

„So eine Einrichtung zieht weitere Arbeit im Ort an.“

Ralf Hagemeier, Geschäftsführer der Ledder Werkstätten, über die Bedeutung der neuen Werkstatt als Impulsgeber für die Stadt Hörstel.

An der Finanzierung beteiligen sich die LeWe erheblich: Insgesamt wird der erste Bauabschnitt gut 1,8 Millionen Euro kosten. 553 000 Euro davon bringt die Einrichtung selbst auf. Die Ausstattung, also die Einrichtung der Arbeitsplätze und einiges mehr, leisten ebenfalls die LeWe, die zudem das Grundstück einbringen. Im Dezember 2014 bewilligte der LWL die Förderung von 60 neuen Werkstattplätzen, die nun in Riesenbeck entstehen. Das heißt für den Neubau in Riesenbeck: Die LeWe erhalten für ein Darlehen über 473 000 Euro vom LWL einen Zinszuschuss. Ähnlich gilt das für ein weiteres Darlehen über 184 000 Euro, dessen Zinsen die Regionaldirektion Düsseldorf der Bundesagentur für Arbeit trägt. Das Landesministerium für Arbeit, Integration und Soziales gewährt einen Zuschuss über 632 000 Euro.

In einem zweiten Bauabschnitt sollen in den nächsten Jahren weitere 60 Plätze entstehen. Das Antragsverfahren dafür laufe bereits, hieß es gestern.

1240 Menschen mit Behinderungen sind aktuell in den Ledder Werkstätten. Sie arbeiten oder wohnen an einem der insgesamt 40 Standorte.