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Westfälische Nachrichten: Wofür das „C“ bei der CDU steht

Quelle: Westfälische Nachrichten

Eine Partei sucht nach ihren Grundwerten

-von Korrespondent Hilmar Riemenschneider- Rheda-Wiedenbrück – Ein Buchstabe: C. Auf 99 Seiten mit 3183 Zeilen haben Basis und Spitze der nordrhein-westfälischen CDU zusammengetragen, was für sie C wie christlich bedeutet, was ihre Grundwerte bestimmt. Seit dem schmerzhaften Wahldebakel 2012 mit nur 26 Prozent war die Frage, wofür die Christlich-demokratische Union steht, plötzlich quälend. Alle Antworten schienen kraftlos. Fast drei Jahre später hat die Partei ihre Antworten als Grundsatzprogramm formuliert, über das am Samstag rund 130 Vertreter von Parteibasis und -führung in Rheda-Wiedenbrück diskutierten. Im Juni soll es verabschiedet werden.

„Es ist wichtig, dass wir die Frage beantworten, wofür wir als CDU stehen“, betonte Parteichef Armin Laschet. „Wenn es uns gelingt, unsere Vorschläge und Entscheidungen in den Parlamenten aus unseren Grundsätzen abzuleiten“, dann werde die Partei wieder mehr von den Bürgern verstanden.

Auch in der Partei tut dies not. Bei einer Veranstaltung habe er über die von Christdemokraten geprägte soziale Marktwirtschaft gesprochen, erzählte Laschet. Ein junges Mitglied habe ihn dann aufgefordert, er solle nicht das Vokabular des politischen Gegners übernehmen. In Rheda-Wiedenbrück lachen sie darüber. Laschet zurrte trotzdem den Grundsatz 70 Jahre nach Gründung der CDU fest: „Wir denken immer den sozialen Bezug in der Gesellschaft. Daraus ist die soziale Marktwirtschaft entstanden.“ Daraus entstehe auch die Grundhaltung, den Einzelnen zu unterstützen, das eigene Leben zu leben.

In sechs Foren diskutierten die Teilnehmer Themen wie Wirtschaft oder Sicherheit – Arbeitsgruppe 3 widmete sich explizit dem C. Nicht die Abgrenzung zum Islam, die zunehmende Säkularisierung besorgte die Mitglieder, weil christliche Werte weniger Menschen erreichen. Ein Teilnehmer warnte, die Kirchen mit ihrem Engagement in Kitas oder Pflegeheimen seien unter Druck. Die CDU werde aber nicht für die Kirchen missionieren, widersprach eine Teilnehmerin. Karl-Josef Laumann, Chef des Arbeitnehmerflügels, sah es weniger dramatisch, noch immer beginne jedes Schützenfest mit einem Gottesdienst, werde ein neues Feuerwehrfahrzeug gesegnet. Die CDU habe über die Kirchen hinaus Bindekraft, weil die christliche Soziallehre ein grundlegendes politisches Programm sei.