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Westfälische Nachrichten: Schwerer Lebensabschnitt Karl-Josef Laumann referierte über älter werdende Gesellschaft

-dzim- Metelen – Karl-Josef Laumann kommt viel herum. Neulich besuchte der Staatssekretär im Gesundheitsministerium und Bevollmächtigter der Bundesregierung für Patienten und Pflege eine Seniorenwohneinrichtung, sie nannte sich „Residenz“. Am Empfang „wie an der Rezeption eines Hotels“ stand ihm eine erholt aussehende Frau gegenüber. Macht sich vielleicht nach außen gut, dachte der 57-jährige Politiker. An seiner Einstellung zu einem Seniorenheim-Aufenthalt, zur Pflegebedürftigkeit und zum Altwerden im Allgemeinen hatte der Besuch indes nichts ändern können: „Es ist ein schwerer Lebensabschnitt für die Betroffenen und schwere Arbeit für die Pflegekräfte.“

Auf diese beiden Personengruppen – gleich, ob zu Hause oder stationär bereut – richtete er den Fokus seines Vortrages am Dienstagabend in der Gaststätte Elling. Auf Einladung der CDU-Seniorenunion nahm er zu den Herausforderungen einer alternden Gesellschaft Stellung. Dass laut Laumann in vielen Gemeinden heute vier Prozent der Bürger über 80 Jahre sind und dass die Betagten schon in etwa acht Jahren mehr als zehn Prozent ausmachen, blieben unkommentierte Fakten.

Anders dagegen die Umstände im Bereich der Pflege. Sie bestimmten hauptsächlich die anschließende Diskussion unter den etwa 50 Besuchern. Der von Laumann zuvor skizzierten Situation, dass infolge immer mehr alter Menschen der Bedarf an Pflegekräften steige, folgte der allgemeine Ruf nach besserer finanzieller Anerkennung und – da, wo es vertretbar sei – einer Absenkung der schulischen Zugangsvoraussetzungen.

Viele Menschen wollten auch im Alter alleine wohnen bleiben, sagte Laumann. Dafür nähmen sie viel in Kauf. „Zum Beispiel die Einsamkeit. Da kann ein Tag sehr lang werden.“ Eine Gemeinde solle darauf bedacht sein, ihnen eine gewisse Infrastruktur vorzuhalten, indem sie neue Altenwohnungen möglichst zentrumsnah ansiedele.

Für eine gute Sache hielt Laumann die Verdopplung der Leistungen für die Tagespflege: „Das Angebot für solche Plätze boomt.“ Der Politiker berichtete, bei den Nutzern kämen sie wegen der geistigen und körperlichen Anregungen und der erlebten Gemeinschaft gut an.