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Münsterländische Volkszeitung: Helfen, begleiten und auch mal die Hand halten

Quelle: Münsterländische Volkszeitung

Begleiten und auch mal die Hand halten

-mas- RHEINE. Die Tochter lebt in München, der Sohn arbeitet bei Siemens in Erlangen und hat seinen Lebensmittelpunkt mit Frau und drei Kindern im Frankenland. Die 84-jährige Mutter lebt seit dem Tod ihres Mannes vor gut zehn Jahren alleine in ihrem Haus in Rheine. Sie freut sich immer riesig, wenn Kinder- und Enkelkinder mal in die Emsstadt kommen. Aber ganz ehrlich, so oft ist das ja nicht.

Sie will ja nicht klagen. Aber in letzter Zeit fallen ihr die Dinge des Alltags schwerer als früher. Ganz schlimm war es, als sie kürzlich plötzlich ins Krankenhaus musste: „Wer packt meinen Koffer? Wie komme ich da hin und wer holt mich wieder ab? Wer kümmert sich um Haus und Garten?“ Fragen über Fragen – und weit und breit niemand, der die alte Dame an die Hand genommen hat, um sie zu begleiten. Sie fühlte sich überfordert und hilflos.

Das muss nicht so sein, sagen Karin Bockstette und Ewald Piepel.

Für den Jugend- und Familiendienst (Jfd) will das Duo ein Projekt auf die Beine stellen. Es geht darum, Ehrenamtliche zu gewinnen, die ältere Patienten begleiten, wenn ein Arztbesuch oder ein Krankenhausaufenthalt ansteht. Rheine ist mit dem Jfd einer von zehn Modellstandorten in Nordrhein-Westfalen.

Gestern Vormittag haben Bockstette und Piepel zusammen mit dem Jfd-Geschäftsführer Thomas Rickert und dem Jfd-Vereinsvorsitzenden Jörg Klüter dem Staatssekretär im Bundesministerium für Gesundheit, Karl-Josef Laumann, das Projekt vorgestellt.

Die Jfd-Runde merkte schnell, dass der CDU-Politiker bei dem Thema voll im Stoff steht. Laumanns Fazit nach intensivem Austausch: „Die Idee finde ich klasse. Man muss sehen, was man auf die Beine stellen kann. Passt es in die Landschaft und findet man ausreichend engagierte Kräfte für dieses Projekt?“ Vor allem beim letzten Punkt drückt die Jfd-Projektmacher noch der Schuh: „Wir haben drei engagierte Leute. Wir freuen uns über jeden, der Lust und Zeit hat, in unserer Gruppe als Patientenbegleiter mitzumachen“, sagte Bockstette. Die Gruppe trifft sich regelmäßig donnerstags beim Jfd in der Wadelheimer Chaussee 195. Das nächste Treffen ist allerdings ausnahmsweise am Dienstag, 4. November.

Bockstette und Piepel sind per E-Mail unter „patientenbegleitung@jfd-rheine.de“ oder unter 0  59  71  /  9  14  48-0 zu erreichen.