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Westfälische Nachrichten: Bei der Ehrung ausgeschiedener CDU-Ratsmitglieder fordert Karl-Josef Laumann mehr Selbstbestimmung

Quelle: www.wn.de

Der Riesenbecker Karl-Josef Laumann, Beauftragter der Bundesregierung für die Belange der Patienten und Bevollmächtigter für Pflege, war zu einer Feierstunde in den Landsitz Schön Sanner gekommen, um mit Alfons Günnigmann, Klaus Stegemann und (dem wegen Krankheit abwesenden) Markus Rahe ausgeschiedener CDU-Ratsmitglieder zu ehren.

Von Hans Lüttmann

Der anschließende Flammkuchen passte symbolisch wie die Faust aufs Auge der flammenden Lobrede auf die Kommunalpolitik, die Staatssekretär Karl-Josef Laumann zuvor gehalten hatte. Und mehr Selbstbestimmung und mehr Freiräume für die Kommunalpolitiker forderte, die auch ohne das Gängelband der Fachleute in Düsseldorf und Berlin wüssten, wo es langgeht.

„Wenn Sie heute einen Kindergarten bauen“, so sein Beispiel, „dann haben andere längst geregelt, wie groß die Räume sein müssen, wo die Haken für die Anoraks hängen und wie hoch das Klo sein darf. Hier vor Ort dürfen Sie nicht mehr über das Wie, sondern nur noch das Wo entscheiden.“

Und das tat er ausgiebig und mit der ihm eigenen münsterländischen Beharrlichkeit; vor allem am Beispiel seines politischen Weggefährten Alfons Günnigmann, der 32 Jahre lang kommunalpolitisch tätig war. „Da geht man nicht einfach zur Tagesordnung über“, sagte Laumann und hob – bar jeder Hudelei – zu einem leidenschaftlichen Loblied auf die Tugenden der Kommunalpolitiker und deren Rolle als tragende Säulen der Gesellschaft an. Ohne diese Politiker vor Ort sei Demokratie überhaupt nicht vorstellbar.

Was es aber heiße, sich politisch in einem Ortsverband zu engagieren, stellen sich wohl auch die wenigsten vor: „Das ist Freizeitgestaltung, die man nicht planen kann.“ Für die man leider immer weniger Menschen begeistern könne: „Für die Kommunalpolitik findet man nur dann noch gute Leute, wenn man auch gestalten kann.“ Deshalb sei es an der Zeit, für eine Revitalisierung der Kommunalpolitik zu kämpfen, „denn wahres Bürgertum, wie ich es mir vorstelle, kann es nur in kommunaler Selbstbestimmung geben“.

Die allerdings noch lange kein Garant für gelingende Politik vor Ort sei. Laumann weiter: „Ich komme ja viel rum in Deutschland; und da sehe ich schon beim Durchfahren durch manche Gemeinden, dass die Zeit dort stehengeblieben ist. Hier in Saerbeck, das weiß ich auch als guter Nachbar, hat sich alles in die richtige Richtung entwickelt.“

Alfons Günnigmann (64) trat schon in den 70er Jahren in Greven auf die kommunalpolitische Bühne, zog von Schmedehausen nach Saerbeck um, wo er ab 1984 zunächst als sachkündiger Bürger, dann als Ratsmitglied, Bürgermeister und bis 2014 als Fraktionsvorsitzender tätig wurde. Klaus Stegemann (50) war von 1994 bis 2007 im Ortsvorstand der CDU, bis 2004 sachkundiger Bürger und von 2009 bis 2014 Vorsitzender des Bauausschusses. Markus Rahe (42) war Vorstandsmitglied und rückte später als Nachfolger des verstorbenen Paul Beckschwarte in den Rat; er ist weiter aktiv als sachkundiger Bürger im Bauausschuss.