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Tageblatt für den Kr. Steinfurt, Ochtrup: Bevollmächtigter der Bundesregierung: Karl-Josef Laumann referierte bei der KAB St. Paulus

Quelle: Tageblatt für den Kr. Steinfurt, Ochtrup:

Pflege braucht sicheres Fundament

Ochtrup – Die Situation vieler älterer Menschen und die Zukunft der Pflege standen jetzt im Fokus einer Veranstaltung der KAB St. Paulus im Vereinslokal Bücker. Die KAB-Vorsitzende Franka Schreiber begrüßte mit Staatssekretär Karl-Josef Laumann, dem Pflegebevollmächtigten der Bundesregierung, einen hochkarätigen Referenten für dieses Thema.

„In einigen Jahren wird sich die Pflegeversicherung völlig verändert haben“, wird Laumann in einer Pressemitteilung der KAB zitiert. Die vor ziemlich genau 20 Jahren ins Leben gerufene Pflegeversicherung sei in vielen Punkten verbesserungsbedürftig, da sich inzwischen auch die Situation der älteren Menschen verändert habe. So ist geplant, die Leistungen der Pflegeversicherung ab dem kommenden Jahr um vier Prozent zu erhöhen, gleichzeitig sollen die Leistungen für die Tagespflege sogar um 100 Prozent aufgestockt werden. „Damit sollen die Tagesstrukturen für alte und pflegebedürftige Menschen einen verlässlichen Rahmen bekommen“, sagte Laumann.

Für die Zukunft gelte es, die Pflege auf ein sicheres Fundament zu stellen. Die Zahl der pflegebedürftigen Menschen nehme zu, gleichzeitig würden immer weniger junge Menschen eine Tätigkeit in einem Pflegeberuf anstreben. „In den nächsten 20 Jahren brauchen wir mehr als 500000 Menschen in den Pflegeheimen und in der ambulanten Pflege“, prognostizierte Laumann. Da spiele das Geld nicht die herausragende Rolle, sondern vielmehr die Wertschätzung und die Attraktivität der Pflegeberufe. Arbeitsbedingungen müssten verbessert und die unfreiwillige Teilzeitbeschäftigung in diesen Berufen korrigiert werden. Eingedämmt sehen wollte Laumann auch die „Dokumentationswut“, die einen erheblichen Teil der Arbeitskraft binde.

In Zukunft sei ein ganz neuer Pflegebedürftigkeitsbegriff nötig, um zum Beispiel Demenzerkrankungen besser zu berücksichtigen. Dazu soll auch die Einteilung in fünf statt wie bisher drei Pflegestufen beitragen. „Für eine menschenwürdige Pflege und ein tragfähiges Fundament setzt sich auch die KAB ein. Dabei weiß sie sich einig mit Papst Franziskus, der die Vernachlässi-gung alter Menschen als heimliche Euthanasie bezeichnete“, heißt in der Mitteilung der KAB abschließend.