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Ibbenbürener Volkszeitung: „Die Deutsche Einheit war ein Glücksfall“

Quelle: Ibbenbürener Volkszeitung

Wer an die Bilder von damals denkt, bekommt Gänsehaut. Da sprach CDU-Vorsitzender Christoph Borgert am Freitagmorgen auf dem Oberen Markt den rund 60 Menschen aus der Seele. Die CDU Ibbenbüren hatte zur Gedenkfeier zum Tag der Deutschen Einheit eingeladen.

Karl-Josef Laumann sprach beim Tag der Deutschen Einheit der CDU auf dem Oberen Markt in Ibbenbüren

IBBENBÜREN. Und zudem einen prominenten Redner eingeladen: Karl-Josef Laumann, Staatssekretär und Beauftragter der Bundesregierung für die Belange der Patienten und Bevollmächtigter für Pflege.

Und der sprach gerne über die Deutsche Einheit, die eine der größten Umwälzungen unseres Kontinents gewesen sei. Und jeder sollte sich daran erinnern, dass damals in der DDR „ein Viertel unseres Volkes unterjocht wurde“. Laumann betonte, mit dem Regime seien vor allem Gewalt und Terror, SED und Stasi verbunden gewesen. Viele seien damals Täter und Opfer zur gleichen Zeit gewesen. „Wir dürfen die Opfer aber nie vergessen.“ Und er werde es nicht hinnehmen, wenn heute einige erklärten, damals sei es in der DDR „gar nicht so schlecht gewesen“. Dabei sei das Regime brutalst gegen die eigene Bevölkerung vorgegangen. Und er werde wütend, wenn Politiker der Linken dies relativierten; „von einigen wissen wir sogar, dass sie damals der Stasi angehörten“.

Die Deutsche Einheit sei ein Glücksfall gewesen, nicht nur für Deutschland, sondern auch für viele weitere osteuropäische Länder auf dem Weg zu mehr Demokratie. Das sei auch ein großer Verdienst der Regierung Kohl. Und der Zusammenhalt in Europa, sagte Laumann, sei angesichts weltweiter Krisen enorm wichtig. Und dafür gelte, auch mit einem Seitenhieb in Richtung AfD: „Wir brauchen nicht weniger Europa, sondern mehr Europa“.

Heute stehe Deutschland wirtschaftlich gut und stark da. „Wir haben allen Grund, dankbar zu sein.“ Das sei offenbar vielen nicht bewusst. Wenn er die Wahlbeteiligung im Osten bei den jüngsten Wahlen beobachte, dann „mache ich mir schon Sorgen“.

Es sei so wichtig, „Demokratie wahrzunehmen“. Leider sei es schwer, Menschen für die Politik zu begeistern. Daher „müssen wir immer wieder überprüfen, wie wir Politik machen. Wir müssen Zusammenhänge erklären.“ Und die CDU müsse zeigen, wo sie stehe, sie müsse von anderen unterscheidbar sein. Laumann warb dafür, den Mut zu haben, für das Richtige einzustehen, auch wenn dies nicht dem Zeitgeist entspreche. „Eine C-Partei muss für Ehe und Familie stehen.“

Ein Staat könne übrigens nur stark sein, wenn er solide finanziert sei. Auch die DDR sei zusammengebrochen, weil sie wirtschaftlich am Ende war. „Wir müssen mit neuen Schulden Schluss machen.“ Das garantiere Freiheit und soziale Sicherung. Dafür stehe die CDU. Und darauf sei er auch ein bisschen stolz. „Denn ich kenne keine Partei in Europa, die das so gut hingekriegt hat, wie die CDU.“