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Ibbenbürener Volkszeitung: KAB prangert Lohndumping an

Quelle: Ibbenbürener Volkszeitung

HOPSTEN. Zur Bezirkswallfahrt der Katholischen Arbeitnehmerbewegung Nordmünsterland waren gestern 30 Ortsvereine zum Abschlussgottesdienst auf den Kapellenplatz in Hopsten-Breischen eingeladen. Ihr Einzug mit den Bannerordnungen war sehr feierlich.

Vorbereitet hatte die KAB St. Marien Mettingen-Schlickelde, unterstützt durch die KAB Hopsten. KAB-Regionalsekretär Josef Mersch begrüßte die Mitglieder. Prälat Peter Kossen, Bezirkspräses Günter Hillebrand und Pfarrer Paul Ehlker hielten anschließend den eindrucksvollen Gottesdienst. Der stand unter dem Thema: „Nein zu einer Wirtschaft der Ausschließung“. Das Motto stammt von Papst Franziskus aus dessen Apostolischem Schreiben „Evangelium Gaudium.“ Prälat Kossen aus Vechta nahm das Thema in seiner Wallfahrts-Predigt auf. Er prangerte die Vernichtung regulärer Arbeitsplätze durch Werkvertrags- und Leiharbeit und die Ausbeutung von Arbeitnehmern durch Lohndumping an.

Er appellierte, sich für den solidarischen Umgang mit Arbeitnehmern stark zu machen. Kossen sagte: „Die Masche der Schuldsklaverei funktioniert heute immer noch.“ Als Beispiel nannte er Werksverträge als zunächst einmal legales und weitverbreitetes Arbeitsmarkt-Instrument. Doch die Regeln würden systematisch zu unterlaufen. Hier geschehe offenkundiges Unrecht. Es sei ein staatlich geduldeter rechtsfreier Raum und verdränge zunehmend Stammbelegschaften. Auch die Einschleusung von Ausländern, beispielsweise Vietnamesen, prangerte Kossen an. „Unsere Region war einmal bekannt für das soziale Gespür, wo die natürlichen Grenzen des Geldverdienens sind, Grenzen, die man um des Menschen willen und um Gottes willen nicht überschreiten darf. Diese moralischen Grenzen sind neu zu beschreiben und zu schützen.“

Am Ende der Wallfahrt verabschiedeten die KAB-Mitglieder ihren langjährigen Bezirksvorsitzenden Karl-Josef Laumann, der wegen seiner politischen Arbeit in Berlin im Frühjahr nicht erneut als Bezirksvorsitzenden zur Wahl angetreten war. Seine Nachfolgerin, die KAB-Bezirksvorsitzende Sigrid Audick aus Recke sowie Diözesansekretär der KAB im Bistum Münster, Hermann Hölscheidt, danken Karl-Josef Laumann dafür, dass er die Anliegen der KAB in die Politik getragen habe. Als Zeichen der Anerkennung für seine 14-jährige ehrenamtliche Tätigkeit als Bezirksvorsitzender wurde Laumann zum Ehrenvorsitzenden ernannt.