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Münsterländische Volkszeitung: Vom Heer zur Luftwaffe

Quelle: Münsterländische Volkszeitung

CH 53-Tausch beschäftigt jetzt den Bundesrechnungshof

Eigentlich sollte er nichts kosten, der Tausch der CH 53-Hubschrauber vom Heer zur Luftwaffe. Das hatten die beiden Topmilitärs, die diesen „Deal“ damals ausgekungelt hatten, der Politik versprochen. Schon im März 2012 zeigte sich Karl-Josef Laumann, damals noch CDU-Fraktionsvorsitzender im Düsseldorfer Landtag, skeptisch. Er kritisierte in einem MV-Interview, dass die Bundeswehr am neuen Standort in Schönewalde-Holzdorf „auch noch neue Hallen für einen alten Hubschrauber bauen muss“. Jetzt ist der sogenannte Fähigkeitstransfer auch ein Fall für den Bundesrechnungshof: „Wir prüfen“, bestätigte Pressesprecher Martin Winter. Wegen des laufenden Verfahrens könne er aber keine weiteren Angaben machen.

Vor zwei Jahren stellte die MV bereits in einem Bericht über die Hintergründe des Fähigkeitstransfers die Frage, wer die „Macht der Generäle“ kontrolliert. Ins gleich Horn stößt jetzt auch die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung. In einem großformatigen Beitrag mit der Titelzeile „Harte Landung“ (FAS, 3. August 2014) stellt Autor Marco Seliger ebenfalls die Kostenfrage. Antworten bekommt er auch: „Hier wird Geld verbrannt“, zitiert Seliger etwa den Haushaltsexperten der Grünen im Bundestag, Tobias Lindner.

„Der Zeitpunkt der Untersuchung wundert mich. Das wäre vor zwei Jahren noch sinnvoller gewesen“, kommentiert Reinhard Schlepphorst die neue Entwicklung. Der Vorsitzende der Interessenvertretung der Luftfahrzeugbesatzungen der Bundeswehr (IGTH) hatte gewarnt, dass es den Fähigkeitstransfer nicht zum Nulltarif gibt. Seine Kostenschätzung lag bei mindestens 250 Millionen Euro. „Ich habe aber gerade gestern von einem Fachmann die Information bekommen, dass diese Kosten deutlich höher liegen“, sagt Schlepphorst auf MV-Anfrage.

Er sieht keinen Anlass, von der Schätzung abzuweichen. „Die Ergebnisse des Bundesrechnungshofes werden zeigen, ob ich mich um 250 Millionen Euro verschätzt habe, oder ob ein Staatssekretär und zwei Inspekteure das Parlament ´hinter die Fichte geführt` haben“, sagt Schlepphorst.