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Westfälische Nachrichten: Pflege muss auf viele Schultern verteilt werden

Quelle: Westfälische Nachrichten

Annette Große-Heitmeyer und Karl-Josef Laumann verstehen sich gut. Das zeigte sich bei einer Veranstaltung der beiden CDU-Politiker in Westerkappeln. Thematisch ging es vor allem um die Herausforderung, die Pflege einer älter werdenden Gesellschaft leisten zu können.

Das Thema Pflege wird gesellschaftspolitisch immer bedeutsamer. Daher und aus dem Grund, dass sie selbst viel Erfahrung in Sachen Krankenhausarbeit gesammelt hat, war es für Annette Große-Heitmeyer, Bürgermeisterkandidatin der CDU, eine Herzensangelegenheit, das Thema vergangenen Samstag zur Sprache zu bringen.

Unterstützung bekam sie dabei von Karl-Josef Laumann, Staatssekretär im Bundesministerium für Gesundheit und Beauftragter der Bundesregierung für die Belange der Patientinnen und Patienten und Bevollmächtigter für Pflege.

Rund 60 Zuhörer aus Westerkappeln und den Nachbargemeinden waren ins Kuckucksnest gekommen, um zu hören, was der Riesenbecker zu sagen hatte.

Im Hinblick auf die Wahl am kommenden Sonntag gab er Große-Heitmeyer einige Ratschläge mit auf den Weg – unter anderem auch, „dass es jetzt an der Zeit ist, Zukunft zu gestalten.

Es sollte es in allen Dörfern Wohnraum geben, den Menschen, die hochbetagt sind, alleine bewirtschaften können. Dabei ist es unverzichtbar, dass auch die hausärztliche Versorgung gewährleistet ist. Das wird auf dem Land aber immer schwieriger. Wenngleich Westerkappeln mit der beschlossenen Rettungswache und der Vielzahl an Haus- und Fachärzten noch ganz gut aufgestellt, gibt Kreistagsmitglied Heike Cizelsky zu Bedenken.

Zudem muss der Pflegeberuf deutlich attraktiver werden, etwa was Ausbildung, Arbeitssituation und Gehalt angeht. „Wer mit einem Staatsexamen Menschen pflegt, der muss mindestens soviel verdienen wie ein guter Handwerker“, bezieht Laumann klar Stellung.

Auch die häusliche Pflege stuft der Pflegebeauftragte als eine wichtige Stütze ein, denn nur mit Pflegeheimen kann man dem demografischen Wandel nicht die Stirn bieten.

„Die Gesellschaft funktioniert nicht ohne Familie“, ist sich Laumann sicher. Nur durch eine gewisse Nähe können Flexibilität und Sicherheit miteinander verbunden werden. Die Altenpflege solle quasi auf mehrere Schultern verteilt werden.

Karl-Josef Laumann gab damit Bürgermeisterkandidatin Große-Heitmeyer und der Ortsunion mit dem Vorsitzenden Hermann Tüpker einige Anhaltspunkte für die nächsten Jahre mit auf den Weg. Für die Kandidatin steht indes fest: „Es ist gut zu wissen, dass jemand in Berlin sitzt und genau diese Ansichten vertritt.“

„Wer mit einem Staatsexamen Menschen pflegt, der muss mindestens soviel verdienen wie ein guter Handwerker.“

Karl-Josef Laumann