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Westfälische Nachrichten: Laumann auf dem Hof Lünnemann Sorgen sind unbegründet

Quelle: Westfälische Nachrichten

Staatssekretär Karl-Josef Laumann und Kreisdezernent Dr. Peter Lüttmann haben am Samstagnachmittag den Hof Lünnemann besucht. Der BHD hat dort sein Konzept vorgestellt, aus der Hofstelle, die man vom Jugenddorf gekauft hat, eine Senioren-Wohnanlage zu schaffen. Laumann und Lüttmann räumten Bedenken aus, das Projekt können an gesetzlichen Vorgaben scheitern.

Sowohl Karl-Josef Laumann als auch Dr. Peter Lüttmann haben dem Betriebshilfsdienst und Maschinenring Steinfurt-Bentheim die große Sorge genommen, dass der Umbau des Hofes Lünnemann in eine Senioren-Wohnanlage an gesetzlichen Vorgaben scheitern könnte. Der Riesenbecker Staatssekretär im Bundesministerium für Gesundheit, zugleich Beauftragter der Bundesregierung für die Belange der Patienten sowie Bevollmächtigter für Pflege, und der Sozialdezernent beim Kreis Steinfurt waren, begleitet von MdL Christina Schulze Föcking und Vertretern der CDU Burgsteinfurt, am Samstagnachmittag einer Einladung des BHD-Vorsitzenden Franz-Josef Schulze Marquarding und Geschäftsführer Hans-Georg Guhle nach Burgsteinfurt gefolgt, um sich über die Pläne informieren zu lassen.

Die Hofstelle, die der BHD Anfang des Jahres vom Jugenddorf gekauft hatte, soll zukünftig 19 pflegebedürftigen Menschen eine bezahlbare Möglichkeit geben, den Lebensabend in einer vertrauten und wohnortnahen Umgebung in der Gewissheit zu verbringen, gut versorgt zu sein. Das Angebot ist offen, richtet sich aber ganz gezielt auch an Angehörige aus Bauernfamilien, die ohnehin schon seit 50 Jahren vom BHD betreut werden.

Pflegedienstleiterin Elke Spiegelburg erklärte, dass „der Hof für uns eine vernünftige strategische Weiterentwicklung mit Blick auf die demografische Entwicklung bietet“. Ziel sei es, den Hofcharakter zu erhalten. Darüber hinaus vergüge der Hof, so fügte Guhle an, über ausreichend Potenzial und Platz, die Anlage um eine Tagespflege zu erweitern. 50 und mehr Bewohner könnten so einmal dort betreut werden.

Der Umbau, so machte Architektin Heike Bühning deutlich, bedeute eine große planerische Herausforderung. „Wir wollen keinen Schnellschuss, sondern die Sicherheit, dass wir alles richtig machen“, erklärte Guhle in Richtung von Laumann und Lüttmann.

Grundsätzlich müsse man unterscheiden, ob ein Heim oder eine Wohngruppe eingerichtet werden soll, machte der Staatssekretär deutlich. Unabhängig davon sei nicht die Wohnform, sondern die Qualität der entscheidende Faktor für den Erfolg. Satt und sauber reiche nicht aus. Es müssten Tagesstrukturen geschaffen werden. Insbesondere Menschen, die von Demenz betroffen sind, würden viel Anleitung und Unterstützung gebrauchen. Laumann weiter: „Ich werbe in ganz Deutschland dafür, dass jeder Mensch eine faire Chance bekommt, dass er dort, wo er den größten Teils seines Lebens verbracht hat, auch den Rest seines Lebens verbringen kann.“ Es sei logisch, dass beim Umbau einer bestehenden Immobilie wie dem Hof Lünnemann Kompromisse geschlossen werden müssen, ohne das Gesetz gleich auf den Kopf zu stellen. Laumann war überzeugt, dass das mit den Vorstellungen des BHD zu schaffen sei.

Kreisdezernent Dr. Peter Lüttmann wurde noch konkreter: „Die Kreisverwaltung sieht das Projekt absolut positiv.“ Der Grundsatz „ambulant vor stationär“ komme den Menschen entgegen – und sei am Ende für die Kostenträger ja auch noch preiswerter als jede Heimunterbringung. Lüttmann abschließend: „Den letzten Feinschliff kriegt man hin.“