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Laumann zeigt erneut Flagge im Land / Münsterland soll wieder mehr Einfluss erhalten

Quelle: Westfälische Nachrichten

Wieder ein Standbein in NRW

Hilmar Riemenschneider – Düsseldorf – Bei seinem Wechsel hat er es immer wieder bekräftigt: „Ich bin ja kein Beamter.“ Den Satz wiederholt Karl-Josef Laumann, wenn er über seine Kandidatur als Vize-Vorsitzender der NRW-CDU spricht. „Mir ist wichtig, dass ich ein Standbein in der Landespolitik behalte.“ Aus den Augen hat er diese ohnehin nicht verloren, seit er im Januar als Pflege- und Patientenbevollmächtigter der Bundesregierung nach Berlin wechselte. Auch wenn seine Themen gerade Hochkonjunktur haben.

Wenn Laumann sich am Samstag kommender Woche beim CDU-Landesparteitag als Stellvertreter von Parteichef Armin Laschet bewirbt, verbindet er das mit dem landespolitischem Anspruch einer CDU-Hochburg. „Ich bin der Meinung, dass die CDU des Münsterlandes wieder in die enge Parteiführung eingebunden sein muss.“ Die aktuelle Lücke dort ist jedoch direkte Folge von Laumanns Umstieg, weil er dafür den Fraktionsvorsitz aufgab – und damit die Doppelspitze mit Laschet. Dass er sie selbst schließen will, dürfte für einige jüngere CDU-Politiker aus dem Münsterland, die sich Chancen auf einen Sitz im Vorstand erhofft hatten, enttäuschend sein.

Aber Laumann hat eine eigene Mission: „Ich will in dieser Funktion dafür sorgen, dass die CDU die sozialen Themen nicht der SPD überlässt“, sagt der Bundesvorsitzende des Arbeitnehmerflügels CDA. Gerade die NRW-CDU blicke hier auf eine ausgeprägte Tradition zurück: Der Partei solle bewusst bleiben, „dass wie eine hohe sozialpolitische Kompetenz haben“. Insbesondere die Menschen, die unterdurchschnittlich verdienen – für Laumann gehören auch die Bezieher des Mindestlohns dazu –, müsse die CDU „im Auge behalten“.

Und dann bricht Laumann ein Lanze für einen Parteifreund der jungen Generation, mit dem er sozialpolitisch öfter über Kreuz lag: Als Bundesvorsitzender der Jungen Union habe Philipp Mißfelder einen „klasse Job“ gemacht. Der gehöre in die Führung der Landespartei. Den 34-jährigen Gelsenkirchener hatte Hendrik Wüst vom Wirtschaftsflügel als Landesschatzmeister vorgeschlagen. In dem Amt muss er bis 2017 die Parteifinanzen soweit saniert haben, dass die CDU zwei Wahlkämpfe um Landtag und Bundestag schultern kann.