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Offene Stellen bleiben in NRW unbesetzt / Laumann will grundlegende Pflegereform

Quelle: Westfälische Nachrichten

Pfleger dringend gesucht

-Frank Polke- Münster/Hannover – Deutschland sucht noch immer händeringend nach Pflegekräften. Vor allem in Nordrhein-Westfalen bleibt trotz aller Anstrengungen jede fünfte Stelle unbesetzt – und das vor dem Hintergrund einer stark steigenden Zahl von Pflegefällen gerade im Münsterland.

Nach Auswertung von 25 000 Stellenanzeigen im Bereich Pflege hat sich nur in Bayern die Situation verbessert. In Nordrhein-Westfalen dagegen verschärft sich die Lage weiter dramatisch. „Hier gibt es bundesweit die meisten offenen Stellen“, sagt David Fickeisen, Chef des Gesundheitsportals „kliniken.de, anlässlich der Messe Altenpflege 2014 in Hannover.

Die dramatische Lage dürfte vor allem das Münsterland bald mit voller Wucht treffen. Nach seriösen Berechnungen soll bis 2020 die Zahl der Pflegefälle zum Beispiel in den Kreisen Coesfeld, Borken und Steinfurt um bis zu 74 Prozent steigen.

Zahlen, die offenbar auch die Politik langsam wachrütteln. Der Patientenbeauftragte der Bundesregierung, Karl-Josef Laumann, will die gesamte Pflegeausbildung grundlegend reformieren. „Wir brauchen eine generalistische Ausbildung, die die Kinder-, Alten- und Krankenpflege umfasst.“ Dies könne noch in dieser Legislaturperiode geschehen. Der CDU-Politiker sprach sich erneut für eine bessere Bezahlung von Pflegekräften aus. Mit Blick auf den demografischen Wandel will Laumann dafür sorgen, dass junge Menschen ihre Ausbildung im Bereich Pflege nicht mehr selbst zahlen müssen.

Unterstützung erhielt Laumann gestern vom Sozialverband VdK und der Deutschen Alzheimer Gesellschaft. „Eine große Reform der gesetzlichen Pflegeversicherung ist längst überfällig. Die vergangenen Jahre wurden in Sache Pflege beinahe nutzlos vertan“, sagt VdK-Präsidentin Ulrike Mascher.

Die Finanzierung einer großen Pflegereform würde mit einer Beitragserhöhung von 0,5 Prozent zu Buche schlagen – genauso hatten es Union und SPD im Koalitionsvertrag vereinbart.