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Westfälische Nachrichten: Dem Diabetis davonlaufen

Quelle: www.wn.de

Besser dem Diabetes vorbeugen, als ihn später zu heilen: Auf Prävention setzen die Fachleute bei der Diabetes-Messe in der Halle Münsterland. Und Vorbeugen kann ganz einfach sein. Manchmal genügen schon ein paar Schritte…

Karl-Josef Laumann sieht die Politik in der Pflicht, im Gesundheitswegen mehr auf Prävention zu setzen. „Was das angeht, war man in der Vergangenheit zu zurückhaltend“, sagte Laumann zum Auftakt der Diabetes-Messe in der Halle Münsterland, deren Schirmherrschaft der Staatssekretär in diesem Jahr übernommen hat.

Vor allem gelte es, sämtliche Bevölkerungsschichten zu erreichen – nicht nur die Menschen, die ohnehin gesundheitsbewusst leben, sondern auch gerade diejenigen, die eigentlich für diese Themen weniger zugänglich sind. „Ich finde, dass der Patiententag am Sonntag im Rahmen der Diabetes-Messe einen wichtigen Beitrag dazu leistet“, lobte Laumann, der auch Beauftragter der Bundesregierung für die Belange von Patienten ist, die Veranstaltung in Münster.

Die setzt in diesem Jahr ebenfalls auf das Thema Prävention. Bei einem Präventionsparcours testen Besucher am Sonntag an 20 Stationen ihre Gesundheit, spüren versteckte Fette und Zucker in Lebensmitteln auf, und lernen ihr Risiko kennen, an Diabetes zu erkranken. Hinzu kommen eine Sprechstunde mit Experten des Uniklinikums sowie eine Reihe von Vorträgen. 3000 Besucher werden am Sonntag erwartet.

Dass man der Krankheit im wahrsten Sinne des Wortes davonlaufen könne, betonte Prof. Peter Schwarz, einer der wissenschaftlichen Leiter des Fachkongresses, der noch am heutigen Samstag stattfindet. Ideal seien 10 000 Schritte am Tag, gern auch als Spaziergang oder zwischendurch. Die meisten Diabetiker würden jedoch am Tag kaum mehr als 2500 Schritte gehen – wobei schon 1000 Schritte mehr den Blutzucker effektiver senken könnten als manches Medikament.

Ein weiterer Schwerpunkt der diesjährigen Messe ist das Thema Diabetes und Depression. Zwischen den beiden Krankheiten besteht oftmals eine unselige Verbindung, machte Prof. Peter Zwanzger, Ärztlicher Direktor des Inn-Salzach-Klinikums in Wasserburg, anhand von Zahlen deutlich: „Diabetiker leiden doppelt so häufig an einer Depression wie Menschen mit einem gesunden Stoffwechsel.“ Eine Tatsache, für die man Patienten ebenso wie Hausärzte sensibilisieren wolle.