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Staatssekretär für die Pflege

Quelle: Münstersche Zeitung

Das Personaltableau der schwarz-roten Bundesregierung steht – mit Folgen für Nordrhein-Westfalen. Karl-Josef Laumann, Chef der CDU-Landtagsfraktion, geht nach Berlin. Damit könnte die Doppelspitze der NRW-CDU ein Ende haben. Laumann wird Pflegebevollmächtigter der Bundesregierung.

Laumann übernimmt in der künftigen Bundesregierung ein neu geschaffenes Amt für den Bereich Pflege, Patienten und Demografie. Das erfuhren die „Rheinische Post“ und die Deutsche Presse-Agentur dpa am Sonntag aus Parteikreisen.

Soziales Gewissen der CDU

Laumann, auch Chef des CDU-Arbeitnehmerflügels (CDA), soll neuer „Pflege-Staatssekretär“ im Gesundheitsministerium und damit Bevollmächtigter der Bundesregierung werden. In der CDU hieß es, Laumann verkörpere wie kein anderer das soziale Gewissen der Christdemokraten. Kanzlerin Angela Merkel wolle damit ein Gegengewicht zur SPD setzen. Bisher war Wolfgang Zöller (CSU) Patientenbeauftragter im Bundesgesundheitsministerium.

Laschet kann jetzt auch Fraktionschef werden

Mit dem Wechsel von Laumann nach Berlin kann NRW-CDU-Chef Armin Laschet neben seinem Parteiamt auch Fraktionschef in Düsseldorf werden. Es gilt als wahrscheinlich, dass Laschet für diesen Posten kandidiert. Er und Laumann hatten nach dem Debakel der Christdemokraten bei der Landtagswahl im Mai 2012 in der NRW-CDU eine Doppelspitze gebildet. 

Ein Sprecher der CDU-Landtagsfraktion wollte sich am Sonntag zunächst nicht zu der Personalie äußern. Die Union wollte die Besetzung ihrer Posten in der neuen Bundesregierung am Sonntagabend bekanntgeben.

Gelernter Maschinenschlosser

Karl-Josef Laumann – gelernter Maschinenschlosser und CDU-Schwergewicht aus dem Münsterland – ist ein ausgewiesener Sozialexperte. Seit 2005 führt er als Bundesvorsitzender die Christlich-Demokratische Arbeitnehmerschaft (CDA), also den Sozialflügel der CDU. Im selben Jahr wechselte er nach 15-jähriger Bundestagsangehörigkeit als Minister für Arbeit, Gesundheit und Soziales in die nordrhein-westfälische Landespolitik.

Seit dem Ende der schwarz-gelben Landesregierung von Jürgen Rüttgers im Jahr 2010 ist er Chef der CDU-Opposition im Düsseldorfer Landtag. 

Beharrlichkeit in Person

„Wenn Beharrlichkeit einen Namen hat, dann ist das Karl-Josef Laumann“, hat CDU-Politikerin Ursula von der Leyen einmal gesagt. Sie lobte damals Laumanns Einsatz für einen flächendeckenden Mindestlohn in Deutschland. Der Christdemokrat gilt als bodenständiger und geradliniger Politiker, der gut vernetzt ist.