Suche
Suche Menü

Petrotec will weitere Rohstoffe für Biodiesel-Herstellung verwenden

Die Petrotec-AG in Burlo möchte Biodiesel nicht ausschließlich aus Alt-Fetten herstellen. Auch andere Rohstoffe sollen eingesetzt werde. Doch dagegen spricht die Gesetzeslage.

Die Firma Petrotec wächst und wächst. „Wir sind der führende Hersteller abfallbasierter Kraftstoffe in Europa“, sagt Verkaufsdirektor Michael Fiedler-Panajotopoulos stolz. Und diese Position möchte der in Burlo ansässige Biodiesel-Hersteller gerne ausbauen. Neben dem Altspeisefett aus der Gastronomie würde das Unternehmen gerne „die Rohstoffpalette ausweiten“, erklärt der Aufsichtsratsvorsitzende der Petrotec AG, Rainer Laufs. Da spielt die Politik aber bisher nicht mit.

Die beiden CDU-Landtagsabgeordenten Hendrik Wüst und Karl-Josef Laumann, die gestern zu Besuch in Burlo waren, machen da wenig Hoffnung, weil „derzeit niemand das Tank-und-Teller-Thema wieder aufwärmen will“, wie Laumann unumwunden zugab.

Auf den ersten Blick haben Altfette und Raps erstmal wenig gemeinsam. Allerdings wird aus beiden Biodiesel hergestellt, bei Petrotec gar „der CO2-neutralste Kraftstoff in Europa“, wie Fiedler-Panajotopoulos betont. Dafür hat das Unternehmen aber auch einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil: Weil die CO2-Bilanz doppelt so gut ist wie bei pflanzlichem Biodiesel, müssen dem herkömmlichen Diesel nur 3,5 Prozent statt der sonst vorgeschriebenen sieben Prozent Biosprit beigemischt werden. Kein Wunder also, dass der Petrotec-Sprit bei den Mineralölkonzernen stark gefragt ist. Das wiederum schmeckt den Produzenten von pflanzenbasiertem Biosprit nicht.

Beide CDU-Abgeordneten machen keinen Hehl daraus, dass ihnen die Petrotec-Variante lieber ist. „Aus Abfällen Energie zu machen, kann ja gar nicht falsch sein“, sagt Laumann. Wüst spannt gar den Bogen zu Biogasanlagen, denn wenn man Abfälle zur Biosprit- oder Energieerzeugung nutzt, müssen weniger Felder für Energiepflanzen genutzt werden: „Gerade hier im Münsterland sind wir bei der Zahl der Biogasanlagen an einer Grenze angelangt“, sagt er. Da ist sie dann also, die Tank-und-Teller-Diskussion. Dazu gehört auch: Wenn Petrotec neben altem Friteusenfett etwa von McDonald‘s auch aus anderen Fett-Abfällen Biosprit erzeugen darf, steigt natürlich auch die Produktionsmenge – was selbstverständlich das Ziel der AG ist.

Derzeit stößt das Unternehmen, das enormes Wachstum vermeldet, an Grenzen. So seien die Vorschriften eng und die Kontrollen immens: „Wir werden überwacht, als würden wir mit Plutonium handeln“, formuliert das Michael Fiedler-Panajotopoulos etwas überspitzt. Weil sonst schnell beigemischt werden könnte, was nicht in die Altfette und damit in den Biosprit gehört. Hoffnung auf Lockerung dieser Regelung machten die Gäste aber ebenso wenig wie auf die Möglichkeiten, andere Abfälle als altes Friteusenfett zu verarbeiten.