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Reformen der Eingliederungshilfe – Von einem Extrem ins andere

Über Reformen in der Eingliederungshilfe sprachen am Mittwoch auf dem Hof Lohmann mit Vertretern der Freckenhorster Werkstätten Reinhold Sendker (MdB) und Karl-Josef Laumann (MdL NRW).

„Ich habe bei meinen Besuchen festgestellt, dass hier mehr Lebensfreude herrscht als in den Büros des Landtags“, bemerkte Karl-Josef Laumann (MdL) am Mittwochmittag, als er und der Bundestagsabgeordnete Reinhold Sendker auf dem Hof Lohmann mit Geschäftsführung, Eltern und Fördervereins-Vertreternder Freckenhorster Werkstätten über „Reformen in der Eingliederungshilfe“ diskutierten. Geht es nach dem CDU-Landtagsfraktionsvorsitzenden, sollen die Menschen, die in den Freckenhorster Werkstätten arbeiten, um ihren Lebensmittelpunkt auch künftig nicht bangen müssen – Inklusion hin oder her. Vor dem Hintergrund, dass in der 18. Legislatur des Deutschen Bundestages die Eingliederungshilfe in das Bundesleistungsgesetz überführt werden soll, hatten Laumann und Sendker das Gespräch mit den vor Ort arbeitenden Fachleuten gesucht. Während Sendker es begrüßte, dass die Kommunen entlastet werden, wenn der Bund sich finanziell an der Eingliederungshilfe für behinderte Menschen beteiligt, gab Laumann zu bedenken, dass der Bund dann aber auch „etwas zu sagen haben will“. Etwa hinsichtlich der Umsetzung jener UN-Konvention, die die Teilhabe behinderter Menschen am gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Leben vorsieht.

In Deutschland, sprach Laumann der am Gespräch teilnehmenden Elternvertreterin Monika Rüschenbeck aus der Seele, falle man „von einem Extrem ins andere“. Habe es früher „zu viel Anstalt, zu viel Heim“ gegeben, solle nun die volle Integration, die Inklusion, praktiziert werden. Er sei der Ansicht, dass man behinderte Menschen so viel wie möglich integrieren, ihnen aber auch das Gefühl von Sicherheit und Beständigkeit vermitteln müsse. Einrichtungen wie die Freckenhorster Werkstätten hätten daher ihren Sinn.

Die Eingliederungshilfe gehe von persönlichen Budgets aus, davon, dass der Behinderte ein Marktteilnehmer sei.

Dass das eine Illusion ist, machte Antonius Wolters deutlich. Der Geschäftsführer der Freckenhorster Werkstätten berichtete, dass deutschlandweit tatsächlich nur 0,1 Prozent der in Behinderten-Werkstätten beschäftigten Menschen in Industriebetrieben der freien Wirtschaft untergebracht werden können.

Ein Sonderfall ist für Laumann die Integration von Kindern. Diese müsse schon in Kindergarten und Grundschule beginnen. Laumann: „Da geht viel.“