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CDA-Chef Laumann rügt Fleischwirtschaft und lobt Bedford

Quelle: Neue Osnabrücker Zeitung

Der Chef des CDU-Arbeitnehmerflügels (CDA), Karl-Josef Laumann, hat die Arbeitsbedingungen in der Fleischwirtschaft gerügt und die Firma Bedford gelobt. Die Arbeitsbedingungen an den Schlachthöfen in Deutschland können so nicht bleiben“, sagte Laumann am Mittwochmorgen bei einem Besuch des Osnabrücker Fleischwarenunternehmens auf Einladung des CDU-Bundestagsabgeordneten Mathias Middelberg. Die Arbeitsbedingungen bei Bedford hingegen seien in Ordnung. „Das Unternehmen zeigt, das man sich in einem so umkämpften Markt mit Spitzenprodukten behaupten kann“, lobte Laumann.

Insgesamt würde der Metzgerberuf durch Machenschaften wie Werkverträge und Niedrigstlöhne kaputt gemacht. „In der Fleischwirtschaft müsst ihr sehen, dass ihr das schlechte Image loswerdet“, kritisierte Laumann die Branche insgesamt. Er schimpfte: „Ich habe mir nicht vorstellen können, dass man Arbeitsbedingungen so weit drücken kann.“ Damit spielte er auf zwei rumänische Werkvertragsarbeiter an, die in Papenburg bei einem Brand in ihrer Unterkunft getötet wurden und die in der Fleischbranche üblichen Werkverträge. Viele Werkvertragsarbeiter würden zudem die Berufsbekleidung und die für die Arbeit nötigen Messer vom ohnehin schon geringen Lohn abgezogen. Bei Tönnies am Standort Rheda-Wiedenbrück zum Beispiel sollen von etwa 5000 Beschäftigten mehr als die Hälfte Werkvertragsarbeiter mit Niedrigstlöhnen sein.

Bei dem Osnabrücker Familienunternehmen hingegen sind nach eigenen Angaben 325 Mitarbeiter beschäftigt, davon nur elf Leiharbeiter. „Dabei liegt der Mindestlohn für die Hilfskräfte um die 10 Euro“, sagte der geschäftsführende Gesellschafter von Bedford , Bert Mutsaers. „Wir haben nicht diesen Preisdruck“, erklärte seine Schwester Gabriele, die mit Bert Mutsaers zusammen die Geschäfte leitet. „Wir haben rund 3500 kaufende Metzgerkunden und nicht die Discounter. Unsere Produkte sind besonders und heben sich von der Masse ab“, betonte Bert Mutsaers. Wenn Unternehmen wie Tönnies Hackfleisch als Massenware verkaufen, dann könne sich so eine Firma eben nur über den Preis behaupten. Mutsaers beklagte, dass das Berufsimage schwer belastet ist und Nachwuchs nur noch schwer zu finden sei. Laumann befürwortet als CDA-Chef und nordrhein-westfälischer Vorsitzender der CDU-Landtagsfraktion einen Mindestlohn in der Fleischbranche, wie er von den vier führenden Unternehmen der Fleischbranche zurzeit mit der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten verhandelt wird.