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Gründung der Aidshilfe „war eine Riesenleistung“Gründung der Aidshilfe „war eine Riesenleistung“

Quelle: Borkener Zeitung

AHAUS/KREIS BORKEN. Seit nunmehr 25 Jahren gibt es die Aidshilfe Westmünsterland. Dieses kleine Jubiläum wurde gestern in der Villa van Delden in Ahaus groß gefeiert. Schirmherr Karl-Josef Laumann, CDU-Fraktionschef im Landtag NRW, betonte in seiner Rede die Wichtigkeit der Aidshilfe in den vergangenen Jahrzehnten.

Das 25-jährige Bestehen einer Aidshilfe im Münsterland gebe ja auch immer Anlass, zurückzublicken. „Wie war das denn Mitte der 80er-Jahre, wo auf einmal so eine Erkrankung Thema in der Bundesrepublik wurde. Ich kann mich persönlich gut an diese Zeit erinnern“, so Laumann weiter. Als diese Krankheit damals auftrat, habe es in der Bevölkerung ein riesiges Entsetzen gegeben – oft verbunden mit Angst und einer Stigmatisierung der Betroffenen.

„Ich finde es eine Riesenleistung, dass sich schon damals – 1988 – eine Aidshilfe im Kreis Borken gegründet hat“, sagte Laumann.

Rund 40 Gäste, Mitglieder und Freunde der Aidshilfe, waren der Einladung gefolgt. Darunter lokale Spitzen wie Landrat Dr. Kai Zwicker, der Ahauser Bürgermeister Felix Büter sowie weitere politische Vertreter aus dem Westmünsterland sowie anderer Sozialverbände. Ebenso Vertreter der Deutschen Aidshilfe und der Aidshilfe NRW. Zu Beginn dankte Vorsitzender Kai-Erich Funk für die Unterstützung der vergangenen 25 Jahre, die die Aidshilfe Westmünsterland erhalten hat. Damals wurde sie als Selbsthilfegruppe gegründet und ist heute eine Begegnungsstätte für Menschen mit unterschiedlichen Lebenswelten, die ihre Akzeptanz in der Gesellschaft suchen – ohne Diskriminierung.

In der Podiumsdiskussion, die von Michael Wurm (Aidshilfe Münster) moderiert wurde, stellten sich Landrat Kai Zwicker, Martin Huesmann (Kreisgeschäftsführer Der Paritätische), Ulrich Keller (Vorstand Aidshilfe NRW) und Manuel Izdebski (Vorstand Deutsche Aidshilfe) den Fragen des Moderators. Ob die Aidshilfe Westmünsterland etwas Besonderes sei, wollte Wurm vom Landrat wissen. „Die Thematik ist schon etwas Besonderes“, antwortet der Landrat. „Aber ich würde es gar nicht so herausheben, dadurch schafft man auch Hemmschwellen.“ Es sei eher eine Herzensangelegenheit, so Zwicker.

Manuel Izdebski wies darauf hin, dass eine Diskriminierung eine Epidemie nur fördere, daher sei es der Aidshilfe wichtig zu anti-stigmatisieren und zu antidiskriminieren.

Im weiteren Verlauf des Nachmittags gab es einen Fachvortrag von Diplom-Psychologen Ulrich Besting sowie Musik vom Gesangsduo Birgit Hörning und Rita Schütter. Zum Abschluss lud Kai Funk die Gäste noch ein, die Ausstellung „Gezeichnete Körper“ der Fotodesignerin Ricarda Buchholz im Erdgeschoss der Villa zu besichtigen.