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Fracking liegt wieder auf Eis

Quelle: Westfälische Nachrichten

Schiefergas: Laumann interveniert in Berlin / Moratorium bleibt weiter bestehen

-Hilmar Riemenschneider und Elmar Ries- Düsseldorf/Münster – Die Intervention aus NRW hat gewirkt: Für die Gasförderung mit Hilfe der umstrittenen Fracking-Methode bleibt es beim bestehenden Moratorium. Ein von Bundesumweltminister Altmaier vorgelegter Gesetzentwurf, den das Kabinett eigentlich an diesem Mittwoch verabschieden wollte, ist vom Tisch. Nach scharfem Protest des nordrhein-westfälischen CDU-Fraktionschefs Laumann, der sich in einem Brief an Bundeskanzlerin Merkel gewandt hatte, sowie der Länder Bayern und Baden-Württemberg hat das CDU-Präsidium den Entwurf kassiert. Vor der Bundestagswahl wird es keinen neuen Anlauf geben.

Es ist deutlich geworden, dass wir in Nordrhein-Westfalen Fracking mit giftigen Flüssigkeiten für nicht vertretbar halten, bekräftigte Laumann ge­genüber dieser Zeitung. Mit dem Altmaier-Entwurf, der in Abstimmung mit Bundeswirtschaftsminister Rösler nur in Schutzgebieten ein Verbot vorsah, wäre Fracking irgendwo in jedem Dorf möglich. Beim Fracking wird das Gas unter Hochdruck durch eine toxische Chemikalienlösung aus dem Gestein gepresst. Erst wenn eine Gefährdung des Grundwassers ausgeschlossen sei, halte die CDU-Fraktion die Gewinnung des sogenannten Schiefergases für denkbar, erklärte Laumann.

Damit liegt sie auf der Linie der rot-grünen Landesregierung, die zwar ein Moratorium verhängt hat, aber zugleich die großen Wissenslücken über die Folgen des Fracking schließen will.

Die Bürgerinitiativen Gegen Gasbohren im Münsterland glauben inzwischen an eine Trendwende. Ich kann mir nicht mehr vorstellen, dass Exxonmobil bei uns in Nordwalde den Bohrer ansetzt, sagte Mathias Elshoff. Dort wie auch in Drensteinfurt und Borken will der US-Energiekonzern nach Gas suchen. Exxonmobil forscht nach eigenen Angaben derzeit an einem giftfreien Frack-Fluid.