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Maiaufruf der CDA: Lohnuntergrenze einführen, Missbrauch von Werkverträgen stoppen

Karl-Josef Laumann, Bundesvorsitzender der CDA

Karl-Josef Laumann, Bundesvorsitzender der Christlich-Demokratischen Arbeitnehmerschaft (CDA), erklärt zum Tag der Arbeit am 1. Mai: „Wir freuen uns über die gute Arbeitsmarkt-Lage in Deutschland: Wir haben 41,5 Millionen Erwerbstätige, fast 29 Millionen sozialversicherungspflichtig Beschäftigte, eine Arbeitslosenquote von 7,1 Prozent. Das sieht in vielen europäischen Ländern leider anders aus: Dort sind teilweise ein Viertel der Menschen ohne Arbeit. Wir dürfen aber nicht die Augen davor verschließen, dass auch bei uns einiges zu tun ist:

  • Wir brauchen eine robuste Lohnuntergrenze für tarifvertraglose Bereiche. Die Höhe soll eine Kommission der Tarifpartner festlegen.
  • Wir müssen den Missbrauch von Werkverträgen zum Lohndumping stoppen. Wir brauchen mehr Kontrollen und mehr Mitbestimmung.
  • Der Grundsatz „gleicher Lohn für gleiche Arbeit am gleichen Ort“ muss in der Leiharbeit umgesetzt werden. Wenn das nicht flächendeckend durch die Tarifpartner geschieht, muss der Gesetzgeber handeln. 
  • Wir müssen die Renten von Geringverdienern aufstocken, die ein Leben lang gearbeitet haben. Dazu müssen wir die Rente nach Mindesteinkommen wiederbeleben. Wer jahrzehntelang gearbeitet hat, muss im Alter eine Rente oberhalb des Grundsicherungsniveaus bekommen.

Den vollständigen Text des CDA-Maiaufrufs 2013 finden Sie unter diesem Artikel!

Vorwort aus dem Maiaufruf der CDA: „Weil Arbeit WERTvoll ist…“ kämpfen wir für die Würde der Arbeit und der arbeitenden Menschen
Der „Tag der Arbeit“ erinnert an die Anfänge der Arbeiterbewegung im 19. Jahrhundert. Damals haben sich auch die Vorkämpfer der christlichen Soziallehre der „sozialen Frage“ angenommen. Bischof Ketteler und Adolf Kolping standen an der Seite der Arbeiter und ihrer Familien. Mit ihnen kämpften sie für soziale Sicherheit und gegen Ausbeutung. Wir Christlich-Soziale in der CDU folgen ihren Spuren. Wir sind stolz auf unsere Wurzeln: Gerade in diesem Jahr, in dem sich der Geburtstag Kolpings zum 200. Mal jährt. Heute prägen soziale Absicherung, Tarifpartnerschaft und Mitbestimmung unsere Gesellschaft. Die Christlich-Sozialen haben dazu viel beigetragen. Aber es bleibt viel zu tun: Immer noch belasten Ausbeutung und soziale Unsicherheit viele Beschäftigte.

Unser christlich-soziales Credo lautet: Arbeit hat Wert und Würde. Sie schafft materielle Sicherheit und emotionale Stabilität. Sie stiftet Identität und ermutigt zu Lebensentscheidungen wie Ehe oder Familiengründung. Würdige Arbeit muss menschengerecht sein: Sie muss den Lebensunterhalt sichern, die natürlichen Grenzen der Arbeitenden achten, einen Sinn haben. Menschengerechte Arbeit wird auskömmlich und gerecht entlohnt, ist verlässlich und schont Leib und Seele.

In unserer Sozialen Marktwirtschaft organisieren Staat und Sozialpartner die Teilhabe an Arbeit und sozialer Sicherung. Nach christlich-sozialer Überzeugung müssen sie immer den Menschen in den Mittelpunkt rücken. Denn: Der Mensch ist wichtiger als der Markt. Oder mit den Worten Adenauers: Die Wirtschaft hat dem Menschen zu dienen, nicht umgekehrt.
Karl-Josef Laumann CDA-Bundesvorsitzender

BI-Maiaufruf_2013.pdf