Suche
Suche Menü

CDU-Landtagsabgeordnete im Gespräch mit Förderschulen

 

Kreis Steinfurt. Die Umsetzung der Inklusion an den Schulen ist derzeit eine der wichtigsten Herausforderungen, die allen Beteiligten große Anstrengungen abfordert. Es gilt, bewährte und erforderliche Strukturen zu behalten und neue behutsam mit Bedacht aufzubauen.

Die CDU hat bereits in ihrer Regierungszeit mit der Einrichtung der sogenannten Kompetenzzentren einen wichtigen Schritt getan. Sie befürwortet den Prozess der Inklusion, warnt aber vor vorschnellen Entscheidungen und einer Überforderung des Systems.

Sie setzt in der Frage der Umgestaltung auf den Sachverstand der Lehrerinnen und Lehrer und möchte deren Wissen in den Prozess einbinden.

Deshalb haben die drei CDU-Landtagsabgeordneten des Kreises Steinfurt Christina Schulze-Föcking MdL, Karl-Josef Laumann MdL und Wilfried Grunendahl MdL die Schulleitungen aller Förderschulen im Kreis Steinfurt zu einem Gedankenaustausch eingeladen. Die Vorstellungen, Anregungen und Ideen werden sie dem zuständigen Arbeitskreis Schule der CDU-Landtagsfraktion für die weiteren Beratungen zukommen lassen.

Schnell wurde beim dem Gespräch deutlich, dass den Schulleitern die Fortführung von Förderschulen große Sorgen bereitet, wenn es bei der starren Schülerschlüsselzahl von 144 Schülern bleiben sollte. Sie plädieren daher in begründeten Ausnahmefällen für eine Abweichung von dieser Mindestzahl nach unten. Ziel müsse eine ausreichende Flexibilität sein, um auch zukünftig eine möglichst wohnortnahe Beschulung zu ermöglichen. Denkbar seien aber auch Kooperationen mit allgemeinen Schulen unter einem Dach.

Sorgen macht den Lehrerinnen und Lehrern auch der Zeitpunkt der Feststellung des sonderpädagogischen Förderbedarfs. Eine Feststellung erst ab Klasse drei könne dazu führen, dass zu spät mit der sonderpädagogischen Förderung begonnen wird. Dies aber sei nicht im Interesse der betroffenen Schüler und erschwere pädagogische Hilfen.

Karl-Josef Laumann unterstrich während der Diskussion, dass für ihn das Elternwahlrecht für den besten Förderort der Kinder eine zentrale Gelingensbedingung für Inklusion sei. Deshalb sollten die Eltern bei der Entscheidung über die Beschulung ihrer Kinder auf unabhängige und fachliche Beratung zurückgreifen können.

Für Christina Schulze Föcking MdL lässt ein vorliegender Gesetzentwurf der Landesregierung zahlreiche Fragen offen. Sie plädierte im Übrigen für ein möglichst geschlossenes Vorgehen der Parteien in dieser Frage. „Alle Parteien sind sich über das Ziel einig. Wir sollten uns jetzt die Zeit nehmen, alle offenen Fragen gemeinsam zu diskutieren und zu einem gemeinsamen Ergebnis zu kommen. Wie soll der Unterricht zukünftig gestaltet werden? Wie wollen wir die Lehrerinnen und Lehrer fortbilden, um mit der neuen Situation umzugehen? Und wie werden die Kosten getragen? Das alles sind Fragen, auf die wir befriedigende Lösungen finden müssen. Hierbei gilt der Grundsatz, dass Sorgfalt vor Schnelligkeit kommt“.

 

Winfried Grunendahl MdL, der auch Vorsitzender der CDU-Kreistagsfraktion ist, ergänzt: „Es muss der strikte Konnexitätsgrundsatz gelten. Wenn bislang noch nicht einmal geklärt ist, wer für die Kosten des Bustransfers der Kinder aufkommt, dann ist der Gesetzentwurf der Landesregierung so nicht zustimmungsfähig.“