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Gesundheitspolitik im Dilemma

Quelle: www.mv-online.de

Medizin zwischen Kostendruck und Patientenorientierung: Ringvorlesung mit Karl-Josef Laumann

„Gesundheitspolitik im Dilemma – Zwischen Ökonomisierung und Patientenorientierung“ lautete der Titel der zweiten Ringvorlesung am Mittwochabend an der Mathias Hochschule Rheine. Die Ringvorlesung findet in jedem Frühjahr mit einem prominenten Gastredner statt. In diesem Jahr war es Karl-Josef Laumann, ehemaliger Minister für Arbeit, Gesundheit und Soziales in Nordrhein-Westfalen.

Laumann gelang es, die komplexe Materie in einfachen Worten verständlich zu machen. Er ließ keinen Zweifel aufkommen, dass das Land Nordrhein-Westfalen in der Liste der Fallpauschalen ganz unten liegt, genauer: „Die Fallpauschale pro Patient liegt in NRW zehn bis zwanzig Prozent unter dem Durchschnitt der anderen Länder, bis auf Schleswig-Holstein“. Laumann führt diese Tatsache darauf zurück, dass der Personalschlüssel in NRW auf Grund der konfessionell geführten Krankenhäuser mit pflegenden Ordensschwestern früher erheblich kleiner war.

Und das sei erst der Anfang, sagte Laumann. In zehn Jahren werde es deutlich weniger Ärzte und Pfleger als heute geben, aber immer mehr alternde Patienten.

„Ich möchte schon, wenn ich alt bin und im Krankenhaus behandelt werde, in deutscher Sprache angesprochen werden“, verdeutlichte Laumann seine Bedenken, einfach medizinisches Personal im Ausland zu rekrutieren. Er zeigte kein Verständnis für den hohen Numerus clausus im Studienfach Medizin. Dadurch werde die Ausbildung von Medizinern stark eingeschränkt.