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Laumann mit Quote in Rheine nicht zufrieden

Quelle: Münstersche Zeitung

Ausbau der U3-Plätze

RHEINE „Nach vierzehn Jahren kommen Sie uns endlich besuchen“, begrüßte Margret Weusthof, Leiterin der Caritas-Kindertagesstätte Ellinghorst, den Landtagsabgeordneten Karl-Josef Laumann herzlich. Der Politiker war gekommen, um sich persönlich einen Überblick zum Ausbau der U 3-Betreuung in Rheine zu machen – und äußerte durchaus Kritik.

Bevor es um die Fakten ging, führte die Leiterin ihren Gast durch die Räume des Familienzentrums. Zur Begrüßung gab es von Kindern der U 3-Gruppe sogar ein Lied. Laumann informierte sich während des Rundgangs auch über die Abläufe in der Kita und begutachtete das Mobiliar. „Es passt genau zu unseren Bedürfnissen“, informierte die Leiterin den sichtlich beeindruckten Politiker. Die handgefertigten Möbel hätten sich bewährt.

Zu Beginn der Besprechung stellte Laumann klar: „Die Wahrheit ist ja, dass U3 falsch verstanden wird.“ Es gebe derzeit, das stellte der Politiker klar, keinen Rechtsanspruch für Kinder „von null bis drei Jahren“. Erst ab dem 1. August 2013 hätten auch Kinder unter drei Jahren einen Rechtsanspruch auf Betreuung in einer Kindertagesstätte.

Geld reicht aus

In NRW würden bis dahin 144 000 Plätze gebraucht, berichtete Laumann. Dass bis jetzt noch nicht genügend Plätze zur Verfügung stehen, liege dennoch nicht am Geld. 240 Millionen Euro Bundesmittel stünden für den Ausbau der U 3-Betreuung zur Verfügung, dazu seien weitere 40 Millionen kürzlich noch draufgelegt worden. Es werde nie wieder so viel Geld hinterhergetragen wie in diesem Jahr, ist sich der Landtagsabgeordnete sicher.

In Rheine müsse noch viel getan werden, damit die Familien ihren Rechtsanspruch erfüllt bekommen. „Die Quote in Rheine ist nicht so, dass ich zufrieden sein kann“, meinte Laumann. Das Potenzial sei da, ist sich der Politiker sicher. „Ich halte es für einen gesellschaftlich-politischen Skandal, wenn wir es nicht schaffen“, sprach er Klartext. Die Zeit müsse jetzt intensiv genutzt werden, Prioritäten gesetzt werden, damit die Quote realisiert werden kann. Es komme jetzt darauf an, im Endspurt nicht zu „verlahmen“.

Bedarf wird steigen

Bis jetzt habe es in Rheine noch keinen Fall gegeben, dass ein Kind abgelehnt wurde. Es habe jedes Kind einen Platz bekommen. Trotzdem werde der Bedarf mit Sicherheit steigen. Ob die vorgeschriebene Quote in Zukunft erfüllt werde, sei unklar, äußerte sich Rheines Sozialdezernent Axel Linke zu dem Thema.

Auch Dieter Fühner vom Vorstand der Caritas glaubt nicht, dass die 35 Prozent-Quote in Rheine bis zum 1. August 2013 erreicht sein wird. Man müsse sogar damit rechnen, dass die ersten Eltern schon Klagen in den Schubladen liegen haben.

Noch könne man aber gar nicht sagen, ob es einen Mangel an Kitaplätzen geben wird, gab Linke zu bedenken. Dafür fehlten Informationen zum Bedarf der Familien. Das sei derzeit eines der größten Probleme, das der Planung für den Ausbau der U 3-Betreuung im Wege stehe. Denn die Investitionen, die in den Ausbau gesteckt werden müssten, seien am Bedarf orientiert. Und der müsse erst noch ermittelt werden.