Suche
Suche Menü

Laumann beschwört die Werte der CDU

Quelle: www.wn.de

Karl-Josef Laumann nutzte den 47 Kreisparteitag in Lotte, um seine Partei an ihre Grundwerte zu erinnern. Nur wenn die CDU ihre „Alleinstellungsmerkmale“ pflege, werde sie auf Dauer Erfolg haben.

In einer leidenschaftlichen Grundsatzrede appellierte Karl-Josef Laumann vor den Delegierten des 37. CDU-Kreisparteitages in Lotte am Mittwochabend für eine Rückbesinnung auf die Grundwerte der CDU. Insbesondere müsse die CDU „das christliche Verständnis von Ehe und Familie“ verteidigen. Dass Ehe und Familie durch das Ehegatten-Splitting privilegiert würden, sei deshalb richtig. Damit erteilte Laumann Forderungen des MdB Jens Spahn, das Ehegatten-Splitting auch auf homosexuelle Lebensgemeinschaften auszudehnen, eine klare Absage.

Als weiteres „Alleinstellungsmerkmal“ müsse die CDU stärker als bislang für die soziale Marktwirtschaft eintreten. Dabei gehe es um einen „den Menschen dienenden Markt und nicht um einen Markt, der die Menschen gar nicht mehr im Blick hat.“
Es sei eine „bittere Wahrheit“, dass die Partei eben nicht mehr die starke CDU sei, die das Land so dringend brauche. Erstmals könne der Landtag eine Verfassungsänderung gegen die CDU beschließen, weil die weniger als ein Drittel der Abgeordneten stelle. Und berücksichtige man auch die Nichtwähler, dann sei es eine Tatsache, dass auch im Kreis Steinfurt nur noch 21 von hundert Wählern ihr Kreuz bei der CDU gemacht hätten. Die CDU habe als Volkspartei erheblich an Bindungskraft verloren. Er empfinde ein solches Verhalten „persönlich als ungerecht gegenüber der Politik“ die schließlich die „erfolgreichste Politik seit 1945 in unserem Vaterland“ verantworte.
Laumann empfahl als Gegenstrategie neben einer Neuentdeckung der christlichen Gesellschaftslehre vor allem eine Re-Kommunalisierung des Landes. Die Stadträte und Kommunalparlamente müssten „wieder etwas zu sagen haben“. Laumann ging sogar so weit, ein eigenes Heberecht der Kommunen auf die Einkommenssteuer zu befürworten.
Vor der CDU liege nach der verheerenden Landtagsniederlage nun ein steiniger und harter Weg. Es reiche nichtaus, die CD U nur zu mögen, „wir müssen für die CDU brennen“ forderte er zu mehr Leidenschaft auf.

„Du brennst lichterloh“ bescheinigte ihm die Kreis-Vorsitzende Christina Schulze Föcking, nachdem der Saal Laumanns Rede mit minutenlangem Beifall bedacht hatte. Zuvor hatten die Delegierten mit großer Mehrheit bei 13 Gegenstimmen eine Satzungsänderung angenommen, wonach künftig bis zu 200 Mitglieder die Kandidaten für Bundes- oder Landtagswahlen bestimmen sollen. Widerspruch kam allerdings aus kleinen Ortsvereinen wie Lengerich. „Ich weiß nicht, wo ich die Delegierten hernehmen soll“, klagte der Ortsvorsitzende. Die große Mehrheit sah in der stärkeren Mitgliederbeteiligung allerdings eine Chance.