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Laschet und Laumann glauben an Tandem

Quelle: www.wn-online.de

NRW-CDU müht sich vor dem Parteitag, Brücken zu bauen

Düsseldorf – Diese Kritik hören sie immer wieder: Die beiden Vertreter der neuen CDU-Doppelspitze, Armin Laschet und Karl-Josef Laumann, seien Vertreter der 2010 abgewählten Regierung von Jürgen Rüttgers und schon deshalb keine neuen Gesichter für einen Neuanfang. Vor dem Landesparteitag heute in Krefeld ist die CDU-Basis längst nicht befriedet. Laumann tut sich schwer mit derlei Kritik: „Ich komme mir komisch vor, wenn es über Armin Laschet und mich heißt, die sind belastet.“

Schließlich seien die fünf Jahre schwarz-gelber Koalition unter Rüttgers in vielen Feldern von der Finanzpolitik bis zum U3-Ausbau sehr erfolgreich gewesen. „Zum Neuanfang gehört auch, dass man zu dieser Zeit ein unverkrampftes Verhältnis entwickelt“, richtet der CDU-Fraktionschef den Blick nach vorne.

Im Rückblick könnte der notwendige Aufbruch der Partei nach dem Wahldesaster ersticken. Das wird an zwei weiteren Personalien des Neuanfangs deutlich: Mit Hendrik Wüst als Kandidat für den Vize-Parteivorsitz und Lutz Lienenkämper als künftigem Parlamentarischem Geschäftsführer kämen zwei weitere seit der Rüttgers-Ära profilierte CDU-Politiker zum Zug. Und die Partei braucht sie für den Neustart.
Ohne Rückbesinnung geht der aber auch für Laumann nicht. Die CDU müsse wieder zu einfachen verständlichen Botschaften zurückfinden. „Es muss klar sein, dass wir eine vom christlichen Menschenbild geprägte Politik gestalten“, holt er aus und nennt Beispiele: „Es muss immer klar sein, dass diese Partei für Familie und Kinder steht, dass sie die Schwachen im Auge behält ohne Leistungsträger zu schwächen.“

Und dafür brauche die Landespartei eine Führung, „die weiß, wie die CDU tickt und sich schlicht und ergreifend um die Menschen kümmert“. Eine wichtige Rolle schreibt Laumann dem neuen Generalsekretär Bodo Löttgen zu: „Wir brauchen seine Verbindung in die Kommunen. Denn der große Schatz der CDU sind die rund 8000 kommunalen Mandatsträger, die der Partei vor Ort ein Gesicht geben. Sie sind das wahre Rückgrat der Partei.“

In der Opposition will Laumann sich klar in Zukunftsthemen positionieren. Beispiel Schuldenbremse: „Die Fraktion muss wieder ganz klar sagen, wie wir uns Alternativen vorstellen.“ Der gescheiterte Parteichef Norbert Röttgen hatte Fraktionsbeschlüsse im Handstreich kassiert. Laumann hofft auf das neue Tandem: „Ich wünsche mir, dass Partei und Fraktion über die Strategie gemeinsam entscheiden. Dafür werden Armin Laschet und ich uns eng abstimmen. Denn natürlich ist die Fraktion entscheidend für das Profil der Partei.“