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Abitur mit weltoffener Sicht

Quelle: www.ivz-online.de

Zahlreiche Gäste waren am Freitagmorgen ins Foyer gekommen. Viele Studierende ließen sich auf den Stufen nieder. Das Comenius hatte zum Doppeljubiläum eingeladen. Neben 40 Jahren Abitur auf dem zweiten Bildungsweg feierte das angeschlossene Studienkolleg sein 20-Jähriges Bestehen.

Mettingen. Der Dialog der Kulturen wird an diesem Morgen häufig angesprochen. Kein Wunder: Denn dieser Dialog ist das zentrale Merkmal, das 40 Jahre Weiterbildung am Mettinger Comenius-Kolleg maßgeblich geprägt hat. „Ihre Arbeit ermöglicht den Studierenden eine weltoffene Sicht“, lobte der CDU-Landtagsabgeordnete, Karl-Josef Laumann, bei seiner Ansprache zum offiziellen Festakt.

Zahlreiche Gäste waren am Freitagmorgen ins Foyer gekommen. Viele Studierende ließen sich auf den Stufen nieder. Das Comenius hatte zum Doppeljubiläum eingeladen. Neben 40 Jahren Abitur auf dem zweiten Bildungsweg feierte das angeschlossene Studienkolleg – dort erwerben Studierende aus dem Ausland die Zulassung für Hochschulen in Deutschland – sein 20-Jähriges Bestehen. Grüße zum Jubiläum übermittelte ebenfalls die Franziskaner-Provinz des Heiligen Antonius von Brasilien. Das ist der Orden, zu dem die Pater des Kollegs gehören. Die Weiterbildungseinrichtung war 1972 durch die Übernahme des brasilianischen Kirchenordens entstanden.

Der Leiter des Comenius-Kollegs, Pater Osmar Gogolok, dankte unter anderem der Gemeinde Mettingen sowie den Vertretern beider Kirchen für die Unterstützung und die gute Zusammenarbeit. Auch das Land NRW sei sehr großzügig, weil es 94 Prozent des jährlichen Zwei-Millionen-Etats beisteuere. Den Rest teilen sich der Franziskaner-Orden und die Diözese Münster.

Durch das dem Kolleg angegliederten Institut für Brasilienkunde sei in Mettingen ein wichtiger Austausch zwischen Brasilien und Deutschland entstanden, sagte Karl-Josef Laumann in seinem Grußwort weiter. Beim Comenius-Kolleg gehe es nicht um die bloße Anhäufung von Wissen, sondern um die Verständigung der Kulturen und der Religionen, erklärte der Landespolitiker. Diese Arbeit sei beispielhaft für Deutschland. Laumann sagte dem Kolleg seine Unterstützung zu. Denn in der Schulpolitik müsse es darum gehen, jedem Bürger, egal welchen Alters, ein Recht auf Bildung zu geben.

Mit seinem Vortrag über pädagogische Perspektiven aus franziskanischer Sicht führte der Pater Professor Udo Schmälzle auf die Spuren des heiligen Franziskus. Dabei nannte er Grundhaltungen wie Suchen, Fragen, Glauben, einander begegnen, Chancen geben und die Schöpfung bewahren, die auch für die Bildungsarbeit am Comenius-Kolleg charakteristisch sind. Schmälzle betonte außerdem, dass Bildung keine Selbstdarstellung sein dürfe.

Den musikalischen Teil des Festaktes übernahm der internationale Comenius-Chor. Ferner waren in den Klassenräumen Ausstellungen zu Themen wie der franziskanischen Weltsicht oder der Ökologie aufgebaut. Auf dem Schulhof informierten unter anderem die Studentenvertretung des Kollegs und Pater Beda über ihre Arbeit. Weitere Institutionen im Umfeld des Kollegs stellten sich vor.

Nach dem offiziellen Festakt waren Studierende und Gäste zu einer Agapefeier eingeladen. Anschließend bestand Gelegenheit zu Gesprächen.