Suche
Suche Menü

Laumann will mitregieren

Quelle: www.wn-online.de

Münster – CDU-Fraktionschef Karl-Josef Laumann glaubt trotz schwacher Umfragewerte weiter an eine Regierungsbeteiligung seiner Partei nach der Landtagswahl. „Wir wollen einen Politikwechsel für NRW. Und den können wir nur mit einem der jetzigen Regierungspartner erreichen“, sagte Laumann beim Besuch unserer Zeitung.

Angesichts der Umfragen und der politischen Übereinstimmungen kann dies nur eine große Koalition bedeuten. „Die Schnittmengen zu den Grünen sind zu gering. Schwarz-Grün wäre für das Münsterland eine Katastrophe.“

Laumann forderte eine Kehrtwende in der Haushaltspolitik des Landes. „Rot-Grün verschläft die demografisch und konjunkturell besten Jahre, um den Haushalt zu sanieren.“ Rot-Grün trete als Block an, dessen Politik gerade für das Münsterland schädlich sei. Konkret nannte er ein mögliches Nachtflugverbot am FMO, die Verzögerung des sechsspurigen Ausbaus der Autobahn 1 zwischen dem Autobahnkreuz Münster und Lotte sowie die „Entmachtung“ der Kommunen und der dort politisch Handelnden. „Die CDU muss in die Regierung.“ In mögliche Koalitionsverhandlungen gehe die CDU mit keinen personellen Forderungen – mit einer zentralen Ausnahme: „Die CDU muss das Schulministerium übernehmen.“ Grund seien Bestrebungen der amtierenden Ministerin Löhrmann (Grüne), Strukturen und Ziele im gemeinsam gefundenen Schulkompromiss parteipolitisch umzumünzen. „Wir wollen verhindern, dass die Sekundarschule still und heimlich eine kleine Gesamtschule wird, nur weil Rot-Grün das politisch wollen“, sagte Laumann. Die Sekundarschule solle auf die berufliche Bildung vorbereiten. „Warum haben die Gesamtschulreferate die Federführung in der Betreuung der Sekundarschulen und nicht die Realschulreferate und die Hauptschulreferate?“ fragte Laumann. „Jeder weiß doch, dass die Gesamtschulreferate die ideologischsten Referate in einer Schulverwaltung sind.“

Nach aktuellen Umfragen liegt die NRW-CDU zwischen 31 und 30 Prozent. Die SPD kommt auf 38, die Grünen landen bei elf, die FDP wäre mit sechs Prozent wieder im Landtag vertreten.