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Imkerei im Aufwind – Neu eines regionalen Schulungszentrums in Rheine

Quelle: www.wn-online.de

Kreis Steinfurt – Wer gerne Natur aus der Region auf dem Butterbrot hat, könnte im Sommer wohl öfter zu Honig aus hiesiger Imkerei greifen. Zwar warten die Bienen derzeit noch in ihren Stöcken auf höhere Temperaturen. Aber sobald die Sonne sich durchsetzt, schwärmen sie aus und sammeln Nektar. Ganz nebenbei bestäuben sie die Blüten und sorgen so für Früchte. Die Kirsche, die zurzeit blüht, hat wohl das Nachsehen, denn noch ist es den fleißigen Bienchen zu kühl. „Viele Kirschen sind nicht zu erwarten“, kann Klaus Besseling deshalb schon vorhersagen. Und damit auch weniger selbst gemachte Kirschmarmelade, schlussfolgert der Vorsitzende des Kreisimkervereins (KIV) Steinfurt. Die Alternative: Honig.

Dies und weiteres Lehrreiches rund um Biene und Honig soll in wenigen Monaten im regionalen Imkerzentrum für den Kreis Steinfurt vermittelt werden. Zurzeit arbeiten Handwerker an Elektrik und Innenausstattung des Neubaus auf dem Gelände des Heimathauses Hovesaat am Hengemühlweg in Rheine. Am Freitag verschaffte sich der CDU-Landtagsfraktionchef Karl-Josef Laumann aus Hörstel einen Überblick auf den Baufortschritt und die Imkerei im Kreis. Immerhin steuert das Land über die NRW-Stiftung 59 500 Euro zu den Baukosten von 75 000 Euro bei. Den Rest trägt der Imkerverein Rheine, auch in Eigenleistung.

Genutzt werden soll das erste eigene Gebäude des KIV für Fortbildungen für Nachwuchs- ebenso wie für erfahrene Imker und für Besuche von Schulklassen, erklärt Klaus Besseling. Im KIV sind kreisweit 250 Imker zusammengeschlossen. Und auch, wenn neue Interessierte stets willkommen sind, haben die Nachwuchssorgen zuletzt nachgelassen. „Wir haben erstmalig seit langem wieder mehr Zu- als Abgänge“, berichtet der KIV-Vorsitzende. Ein Grund mag sein, dass der Kreis Steinfurt mit seiner Parklandschaft und den Emsufern gute Honigerträge liefert. Insgesamt ist „die Imkerei im Kreis Steinfurt stark im Aufwind auch bei jungen Leuten“, freut sich Besseling. Das neue Imkerzentrum soll 2013 unter anderem für professionellen Einsteigerkurse genutzt werden, kündigte er an.

Mit Laumann diskutierten die Imker über „Betonitis“ und verschwindendes Grün in den Städten, ihre Sorgen wegen des zurzeit umfangreichen Auf-den-Stock-Setzens von Hecken und über Mais-Monokulturen, die Biogasanlagen füttern. Der CDU-Wahlkämpfer lobte die Imkerei und private Kleintierhaltung im allgemeinen, weil „es nicht gut ist, wenn unsere Kinder nicht mehr wissen, was ein Schwein oder eine Biene ist“. Er sprach der Nahrungsmittelproduktion Vorrang vor Biogaserzeugung zu und warnte vor steigenden Pachtpreisen für Ackerflächen infolge zunehmenden Energiepflanzenanbaus.