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Bei den Schmitz-Werken: Innovationen beeindrucken Ministerin von der Leyen

Quelle: www.emsdettenervolkszeitung.de

EMSDETTEN Wenn Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen künftig im Hotelzimmer zur Gardine greift, unter einer Markise Schatten sucht, wird sie an Emsdetten denken. Genauer: An die Schmitz-Werke.

Das versprach die CDU-Spitzenpolitikerin der Emsdettener Stadtspitze, ihren Parteikollegen und vor allem Dan Schmitz, der die Ministerin am Freitagnachmittag zu einer 60-Minuten-Stippvisite an der Hansestraße begrüßte.

Im grauen Edel-Audi

Sichtlich beeindruckt zeigte sich die Ministerin, die im grauen Edel-Audi ohne Tamtam vorfuhr, alle Anwesenden persönlich begrüßte und sich betont unkompliziert gab, als der Schmitz-Geschäftsführer in einer kurzen Unternehmenspräsentation einige Innovationen aufzählte, den Werdegang des über 80-jährigen Familienbetriebes skizzierte.

Keine Überraschung

Stoffe, die die Luft reinigen und somit Raucherzimmer überflüssig machen? Markisen mit Lotuseffekt? Anti-viral wirkende Stoffe, die mit Beteiligung von Farbpsychologen für den Einsatz in Senioreneinrichtungen entwickelt werden? Dass es so etwas gibt, war von der Leyen neu. Dass solche Innovationen in Deutschland entwickelt und produziert werden, dass der deutsche Mittelstand reihenweise mit Weltmarktführern vor allem Nischen im Hoch-Qualitätsbereich besetzt, ist hingegen keine Überraschung für die Arbeitsministerin.

Das hat seinen Preis

Das Muster des Erfolgsgeheimnisses komme ihr sehr bekannt vor, erklärte von der Leyen. Egal, ob sie einen Metaller oder Textiler besuche, eines bekomme sie immer gespiegelt: „Unsere Betriebe werden weltweit für Qualität, Innovationen und Lieferzuverlässigkeit geachtet.“ Dass das auch seinen Preis habe, leuchte ein. „Wie sagen wir immer, Kajo?“ blickte sie zum CDU-Fraktionsvorsitzenden im Landtag Karl-Josef Laumann: „Alles, was wir teurer sind, müssen wir besser sein.“

Was den Preisdruck im internationalen Geschäft nicht geringer macht, wie Dan Schmitz erklärte, der die Mitarbeiter mit ihren individuellen Persönlichkeiten und Fähigkeiten, mit ihrer hohen Identifikation zum Unternehmen, ins Zentrum stellte. Ehrenamtliches Engagement sei nicht nur erwünscht, es werde bisweilen sogar für die Firma genutzt – wenn der Taubenzüchter den neuen Markisenstoff im heimischen Schlag dem „Härtetest“ unterzieht …

Freizügigkeit im Arbeitsmarkt nutzen

Probleme? Auch künftig ausreichend Fachkräfte zu bekommen. Hier appellierte von der Leyen, von der Freizügigkeit im europäischen Arbeitsmarkt zu profitieren, ausländische Fachkräfte anzuwerben, wenn der heimische Markt ausgeschöpft sei. Allerdings müssten verstärkt auch ältere Arbeitnehmer und Frauen als Berufsrückkehrerinnen eingebunden werden.

„Wo drückt’s?“

„Und sonst?“ fragte sie Bürgermeister Georg Moenikes. „Wo drückt’s? Läuft alles rund hier?“ Nicht immer, entgegnete der diplomatisch – aber man sei stets in guten Gesprächen auf Landes- und Bundesebene.