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„Redet gut über die CDU“

Quelle: Allgemeine Zeitung

Laumann zum Wahlkampfauftakt: Mit Rot oder Grün





Kreis Coesfeld – Ex-NRW- Arbeitsminister Karl-Josef Laumann brachte Donnerstag zum Wahlkampfauftakt der CDU im Kreis Coesfeld eine klare Ansage mit: Ziel für die Landtagswahl im Mai müsse sein, dass Rot-Grün keine Mehrheit mehr bekommt und die CDU einen Politikwechsel „erzwingt, und zwar mit einer der beiden jetzigen Regierungsparteien“.

Gerne eine Mehrheit mit der SPD, eine Große Koalition also. Aber auch Grün ist drin. Die Liberalen seien hingegen keinen geeigneten Koalitionspartner, Piraten und Linke schloss er sowieso aus. „Selbst wenn die FDP über fünf Prozent kommt, hilft sie uns nicht“, meinte Laumann. Damit seien heute keine Mehrheiten mehr zu bilden. Mit den Piraten sieht Laumann auch bei einem guten Ergebnis kein Zusammenkommen: Das sei „Kindergartenpolitik“, was die machten.

„Redet gut über die CDU“, gab er den etwa 100 Besuchern mit auf den Weg, die der Einladung von CDU und Senioren-Union des Kreises nach Coesfeld gefolgt waren. Zugleich der Wahlkreis von Direktkandidat Bernhard Schemmer, der in einem Grußwort sein Themengebiet umschrieb.

Den Schuldenabbau sieht Laumann als eine Hauptaufgabe mittelfristig an. „Es bleibt uns ein Zeitfenster von etwa zehn Jahren. Bis dahin müssen wir den Haushalt in NRW in Ordnung gebracht haben“, so der bisherige Fraktionschef der NRW-CDU. Finanzpolitik sei in Verbindung mit der gesellschaftlichen Änderung zu sehen. In spätestens 15 Jahren nämlich werde der geburtenstärkste Jahrgang, diejenigen, die zwischen 1955 und 1965 geboren wurden, in den Ruhestand gehen. Und die Kinder, die jetzt die Grundschule besuchen („und nur halb so viele sind“), ins Arbeitsleben. „Ihnen können wir nicht zumuten, alles zu zahlen. Wie sollen es die Wenigen schaffen?“

Ehe und Familie gelte es, deutlich zu stärken. „Sie ist der Ort und die Bindung, die die Menschen am meisten unterstützen.“ Ebenso unverzichtbar seien Vereine und Ehrenamt. „Ehrenamtliche müssen ernst genommen werden“, auch, was Entscheidungen angehe, die sie treffen wollten. „Wenn es die Vereine nicht gäbe, wären wir ganz schnell pleite“, umschrieb er, was Ehrenamt leistet.

Ein weitere Punkt sei, dass Kommunen mehr Freiraum bekommen sollen. „Land und Bund müssen sich bei Bestimmungen wieder mehr zurückhalten“, fordert er. Eine Sparmöglichkeit sieht Laumann darin, Steuereinnahmen komplett zum Schuldenabbau zu verwenden.

Die Stärkung der Wirtschaft in NRW sieht Laumann als ein weiteres Rad für eine erfolgreiche Zukunft. „Unser Land ist dazu verdonnert, dass hohe Löhne gezahlt werden können, und zwar an eine hohe Bevölkerungszahl“, sprach er sich gegen eine Niedriglohn-Politik aus.