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Teilhabe erfordert Qualität

Quelle: www.cdu-nrw-fraktion.de

„Wir wollen, dass Menschen mit Behinderungen mitten unter uns leben. Warum soll das also bei Schulen anders sein? Am Ende des Weges wird eine vollständige Inklusion von Menschen mit Behinderungen stehen. Und das wollen wir auch. Aber Inklusion ist nicht in ein oder zwei Schuljahren zu schaffen. Das wird ein längerer Prozess.“ Das erklärte der Vorsitzende der CDU-Landtagsfraktion, Karl-Josef Laumann, heute in Düsseldorf. Zusammen mit dem stellvertretenden Vorsitzenden der CDU im Düsseldorfer Landtag, Klaus Kaiser, und dem schulpolitischen Sprecher der Christdemokraten, Thomas Sternberg, stellte Laumann das Positionspapier der CDU-Landtagsfraktion zur Inklusion im Bereich Schule vor. Titel: „Teilhabe erfordert Qualität“.

Das Positionspapier der CDU-Landtagsfraktion läute das Grundthema „Qualität an unseren Schulen“ ein, das die politische Diskussion in Nordrhein-Westfalen in den kommenden Monaten bestimmen werde, sagte Sternberg. Die CDU lege Wert darauf, dass die Qualität, die durch die Förderschulen gesetzt worden sei, auch in den Regelschulen den Maßstab bilde. „Wir wollen keine Billig-Inklusion. Die Qualität der Förderung eines jeden Kindes steht im Vordergrund“, sagte Sternberg. Und Fraktionschef Laumann ergänzte: „Es ist nichts gewonnen, wenn uns die Talente unserer Kinder abhandenkommen.“ Deshalb mahnt die CDU-Landtagsfraktion einen „ehrlichen und realistischen Zeitplan“ an. „Denn die Umstrukturierung ist eine Riesenherausforderung für alle Beteiligten und das System.“

Mit mehr „Anreizsystemen“ sowie „Vorreiterschulen“ will die CDU-Landtagsfraktion die Inklusion auf den Weg bringen. „So schaffen wir Akzeptanz, gewinnen gleichzeitig auch Zeit, um die anderen auf die Inklusion vorzubereiten“, sagt CDU-Fraktions-Vize Kaiser. Denn damit Inklusion an Schulen gelingen könne, müssten alle Lehrerinnen und Lehrer an allgemeinen Schulen, die inklusiv unterrichten, darauf vorbereitet werden. „Wir müssen sie fortbilden“, erklärt Kaiser. Weil Qualität auch in einem inklusiven Bildungssystem Priorität hat, fordert das Positionspapier der CDU-Landtagsfraktion des Weiteren eine „personelle Doppelbesetzung in Inklusionsklassen“ und „dass Sonderpädagogen Teil des Regelschulkollegiums sind“. Inklusion gelinge nur, wenn alle Lehrkräfte in den Umstrukturierungsprozess gleichberechtigt eingebunden werden.

Die CDU-Landtagsfraktion verkenne nicht, dass es Vorbehalte gegen Inklusion gebe. Eltern von Kindern mit Behinderungen sorgten sich, dass ihre Kinder einen Schutzraum verlieren. Eltern von Kindern an allgemeinen Schulen sorgten sich, dass ihre Kinder im inklusiven Unterricht unterfordert würden. „Doch die Vorbehalte schwinden, und wir erleben, dass Lehrerinnen und Lehrer sehr offen sind für Inklusion“.

Die Christdemokraten fordern die Landesregierung jetzt auf, „zeitnah ein Umsetzungskonzept mit konkretem Zeitplan und Berechnungen der entstehenden Kosten für oben genannte Maßnahmen vorzulegen“. Die für die Umsetzung der Inklusion im Bereich Schule notwendigen finanziellen Mittel seien unter Beachtung des ab dem Jahr 2020 grundgesetzlich verankerten Verschuldungsverbots zu erbringen.

Für den Anfang des kommenden Jahres kündigte Karl-Josef Laumann eine weitere Positionierung zum Thema Inklusion an. Dann werde die CDU-Landtagsfraktion  ihre Konzepte für die weiteren Bereiche vorstellen.