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Laumann findet mit Mindestlohn-Vorstoß viel Anklang

Quelle: www.wn-online.de

Der Delegierten-Darling

Wenn er als Chef der christdemokratischen Arbeitnehmerschaft ans Rednerpult tritt, ist Karl-Josef Laumann die Sympathie der CDU-Basis sicher. Foto:

Wenn er als Chef der christdemokratischen Arbeitnehmerschaft ans Rednerpult tritt, ist Karl-Josef Laumann die Sympathie der CDU-Basis sicher. Foto:
(dpa)



Berlin – Karl-Josef Laumann aus Hörstel erweist sich stets als Delegierten-Darling. Wann immer der Chef der christdemokratischen Arbeitnehmerschaft auf CDU-Parteitagen ans Rednerpult tritt, kann er sich satten Beifalls sicher sein. So wird es spannend Anfang nächster Woche beim Leipziger Parteitreffen: Laumann dürfte den meisten seiner Zuhörer aus der Seele sprechen, wenn er sich für einen bundesweit allgemeinverbindlichen Mindestlohn einsetzt. Doch eine will ihn ausbremsen – Parteivorsitzende Angela Merkel.

Rund um die Lohnuntergrenze dürfte die leidenschaftlichste Debattenschlacht toben. Wie kein anderes Thema ist es von der Basis auf die Tagesordnung gesetzt worden: „Von Kreisverband zu Kreisverband baute sich eine Welle auf“, so ein Vorstandsmitglied. Merkel betätigte sich lange keineswegs als Wellenbrecherin. Nur jetzt, kurz bevor es auf dem Parteitag zum Schwur kommt, schwenkte sie auf die Linie des Wirtschaftsflügels ein. Die Kanzlerin greift zum uralten Parteitagstrick: verkleisternder Antrag, „weiße Salbe“ genannt. Ja zur Lohnuntergrenze – aber so geregelt, dass alles bleibt wie bisher.

Ein Ventil zum Dampfablassen suchen sich Delegierte gerne. Je heftiger die Mindestlohn-Fetzen fliegen, desto fröhlicher dürfte Vize-Parteichefin Annette Schavan werden. Der von der Bildungsministerin geprägte Antrag zur Bildungspolitik dürfte dann umso gedämpfter verhandelt werden – obwohl sie auch ein wenig mit „weißer Salbe“ getrickst hat. In dem Papier wird weiter dem zweigliedrigen Schulsystem das Wort geredet – nur nicht mehr mit dieser Formulierung und ergänzt um das einschränkende Wort „wünschenswert“.

Bleibt als möglicher Konfliktstoff das Kinderbetreuungsgeld. Das Thema wollten die Koalitions-Vorleute noch vor dem Leipziger Treffen abräumen. Doch die Einigung auf die CSU-Vorstellungen stieß bei der Gruppe der Frauen in der CDU auf helle Empörung. Bleibt abzuwarten, ob sich deren Vorsitzende Rita Pawelski noch beruhigen lässt.