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Von der Hände Arbeit leben können


Wie kann man Menschen eine stabile Beschäftigung ermöglichen und gleichzeitig den krisenbedingten Verwerfungen auf dem Arbeitsmarkt entgegentreten? Diese Frage stand im Mittelpunkt einer Podiumsdiskussion, die auf Initiative des CDA-Kreisverbandes Steinfurt am vergangenen Mittwoch in Saerbeck stattgefunden hat. Karl-Josef Laumann, CDU-Fraktionsvorsitzender im Landtag und CDA-Bundesvorsitzender, Heinz Rittermeier, DGB-Vorsitzender Münsterland, Paul Osterbrink, Hauptgeschäftsführer der Kreishandwerkerschaft, Werner Stegemann, Geschäftsführer der Wirtschaftsvereinigung Steinfurt e.V., Thomas Buß, Geschäftsführer der Job Find 4 YOU GmbH, und Heinz-Josef Exeler, Vorstand der ALTERnatives Wohnen EG nutzten die Gelegenheit zum Gedankenaustausch.

Im Mittelpunkt stand dabei mit der Einführung einer Lohnuntergrenze die zentrale Forderung der Christlich Demokratischen Arbeitnehmerschaft, die ihr Vorsitzender Karl-Josef Laumann im November dem CDU-Bundesparteitag in Leipzig zur Entscheidung vorlegen wird. Unter der Moderation des CDA-Kreisvorsitzenden Karl-Heinz Hagedorn sprachen die Diskutierenden insbesondere die Probleme der heutigen Arbeitswelt an, die sich so gerne modern gibt, darüber aber ihre menschliche Seite zu verlieren droht. Was passiert beispielsweise, wenn einzelne Tarifpartner aus den Regelwerken der Tarifverträge aussteigen? Wie viel Flexibilität ist einem Beschäftigten der Zeitarbeitsbranche zuzumuten, zumal in Zeiten der Diskussion um die Vereinbarkeit von Familie und Beruf? Welchen Schutz können Arbeitnehmer in den Branchen erwarten, die gar keine Sozialpartnerschaft kennen?

Angesichts der aktuellen Entwicklungen auf dem Arbeitsmarkt stellte Karl-Josef Laumann MdL klar, dass für ihn der Wettbewerbsauftrag der Sozialen Marktwirtschaft in den Händen der Sozialpartner liegt. Befristungen im Arbeitsrecht dürften nicht dazu missbraucht werden, die Beschäftigten in eine neue Form der Lohnabhängigkeit zu führen. Die Diskussion um die Einführung einer Lohnuntergrenze sei daher ein Herzensanliegen, zumal sich die den Menschen vertraute Lebensumwelt immer stärker verändere. Der Arbeitsmarkt sei eben nun mal kein klassischer Markt mit Angebot und Nachfrage. Hier, so Laumann, geht es um Lohngerechtigkeit, um den Menschen. Dem schlossen sich die Diskutanten wie auch das zahlreich erschienene Publikum an.