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Mut für die Zukunft inklusive

Quelle: www.mv-online.de

25 Jahre Caritas-Emstorwerkstätten

Beim Werkstatt-Talk beleuchteten unter anderem Neuenkirchens Bürgermeister Franz Möllering (l.), Domvikar Klaus Winterkamp (4.v.r.), die stellvertretende Bürgermeisterin Marianne Helmes (3.v.r.) sowie die Landtagsabgeordneten Karl-Josef Laumann (Mitte) und Elisabeth Veldhues (2.v.r) die Bedeutung der Caritas-Emstor-Werkstätten für die Stadt Rheine.

Beim Werkstatt-Talk beleuchteten unter anderem Neuenkirchens Bürgermeister Franz Möllering (l.), Domvikar Klaus Winterkamp (4.v.r.), die stellvertretende Bürgermeisterin Marianne Helmes (3.v.r.) sowie die Landtagsabgeordneten Karl-Josef Laumann (Mitte) und Elisabeth Veldhues (2.v.r) die Bedeutung der Caritas-Emstor-Werkstätten für die Stadt Rheine.
(Foto: Peterkord)



Rheine. Mut und Kreativität waren schon vor 25 Jahren die Geburtsbegleiter der Caritas-Emstor-Werkstätten. Denn außer an der positiven Einstellung fehlt es seinerzeit an allem, als das Werkstatt-Team ins unternehmerische Risiko ging. Kein Inventar, keine Aufträge noch nicht einmal Beschäftigte hatte das Unternehmen. Die ersten 34 Beschäftigten, allesamt Menschen aus Rheine, gingen damals noch in die Werkstatt nach Ochtrup zur Arbeit. „Auch den Mut haben wir uns bewahrt“, betonte gestern Dieter Fühner, Caritas-Geschäftsleiter vor zahlreichen geladenen Jubiläumsgästen. Mittlerweile sind es 430 Beschäftigte, die durch ihrer Hände Arbeit gleichermaßen Anerkennung wie Selbstverwirklichung erleben und vermarktbare Produkte erzeugen.

Wie sehr weiterhin der Mut von sozial-integrativen Einrichtungen gefordert ist, die auch als Wirtschaftsunternehmen funktionieren müssen, verdeutlichte anschließend Jürgen Peters, ehemaliger Vorsitzender der IG Metall: „Solange der Arbeitsmarkt so desolat wie derzeit ist, werden auch Sie vor Problemen stehen.“ Seinen Glückwunsch an die Emstor-Werstätten verband Peters mit einer generellen Kritik an „Armutslöhnen“ in Deutschland. Löhne würden nicht mehr als Gegenwert von Leistung, sondern als reiner Kostenfaktor betrachtet. Es sei der falsche Weg, jede arbeitsmarktpolitische Debatte rückhaltlos den Bedürfnissen des Marktes zu unterwerfen. „In einem globalisierten Markt, gibt es immer einen, der es billiger macht“, so Peters. Der Mensch sei indes Zweck an sich und dürfe nicht zum Zweck gemacht werden. Die berufliche und soziale Integration von Menschen durch die Emstor-Werkstätten mache deutlich, wie wichtig dieser Zusammenhang sei.

Jürgen Peters

Jürgen Peters
(Foto: Peterkord)



Doch nicht nur der gewandelte Arbeitsmarkt stellt eine Herausforderung für die Werkstätten dar. Auch der Leitgedanke der UN-Behindertenrechtskonvention „Inklusion inklusiv arbeiten“ will umgesetzt sein. „Die Caritas-Emstor-Werkstätten wollen diese Entwicklungen annehmen“, betonte Dieter Fühner. Es werde aber auch weiterhin Menschen geben, die auch dem Mindestmaß an Anforderungen des ersten Arbeitsmarktes nicht gewachsen sind. Der CDU-Landtagsabgeordnete Karl-Josef Laumann pflichtete Fühner bei. Beim Thema Inklusion dürfe der Aspekt Sicherheit nicht vernachlässigt werden. Institutionen wie Emstor-Werkstätten lieferten diese besonders auch für Angehörige von Behinderten so wichtige Verlässlichkeit.

„Es ist normal, dass wir unterschiedlich sind“, betonte die SPD-Landtagsabgeordnete Elisabeth Veldhues. Das in Rheine gelebte Miteinander behinderter und nicht behinderter Menschen zeichne die Stadt aus.

Die Emstor-Werkstätten haben also viel Anlass, Mut zur Zukunft zu haben.