Suche
Suche Menü

Werkstattgespräch der CDU-Landtagsfraktion

Quelle: www.cdu-nrw-fraktion.de

„Das Werkstattjahr hat einen guten Ruf und eine große Akzeptanz bei denjenigen, die sonst nicht gefördert werden“

Werkstattgespräch der CDU-Landtagsfraktion mit über 150 Fachleuten aus Trägerverbänden und Arbeitsverwaltung

„Eine der erfolgreichsten Programmlinien, die ich jemals mitgestaltet habe, war das Werkstattjahr. Darauf bin ich auch ein wenig stolz. “ Darf er auch sein, der heutige Vorsitzende der CDU-Landtagsfraktion und ehemalige nordrhein-westfälische Sozialminister Karl-Josef Laumann, fanden die gut 150 Praktikerinnen und Praktiker nordrhein-westfälischer Trägerverbände und Arbeitsverwaltung. Denn dafür erhielt Laumann langen und dankbaren Applaus.

Zum Werkstattgespräch hatte die CDU-Landtagsfraktion in den Düsseldorfer Landtag eingeladen. Thema: „Das Werkstattjahr – Weiterentwicklung eines Erfolgsmodells“. Neben Laumann erläuterten Christiane Schönefeld, Vorsitzende der Geschäftsführung der Regionaldirektion NRW der Bundesagentur für Arbeit, Reinlinde Steinhofer, Einrichtungsleiterin der Kolping-Bildungszentren, Bildungszentrum Werl, Markus Dannhauer, Anleiter im Werkstattjahr im Jugendförderungswerk der Kreishandwerkerschaft Mönchengladbach und der Geschäftsführer des Paderborner Kolping-Bildungswerkes, Werner Sondermann, Konzept, Ziele, ihre Erfahrungen und Perspektiven des Werkstattjahres. Das Werkstattgespräch moderierten der stellvertretende Vorsitzende der CDU-Landtagsfraktion,  Norbert Post, und der sozialpolitische Sprecher der CDU im Düsseldorfer Landtags, Peter Preuß.

Für „die Schwächsten der Schwachen“ gebe es keine Alternative zum Werkstattjahr, hob Karl-Josef Laumann hervor. Diese Jugendlichen erreiche das Werkstattjahr, wenn heute über 70 Prozent junger Menschen ohne Schulabschluss dort eine Perspektive fänden. Laumann: „Das sind die Jugendliche, die wir erreichen müssen und die wir mit dieser Maßnahme auch tatsächlich erreichen.“ Wenig Verständnis zeigt der CDU-Fraktionschef deshalb dafür, dass die grün-rote Minderheitsregierung die Zahl der Plätze im Werkstattjahr von 6000 um fast die Hälfte reduziert. Laumann: „Die jungen Leute hängen dann wieder in den Klassen herum.“

Wenn die grün-rote Minderheitsregierung Geld habe, um wieder die Beratungsstellen für Frau und Beruf zu besetzen, wo doch IHKs und Arbeitsagenturen dieses Beratungsfeld ebenfalls anböten, und die Arbeitslosenzentren zu unterstützen, der müsse auch genügend Geld für das Werkstattjahr bereitstellen. Laumann: „Denn die beste Arbeitsmarktpolitik ist immer noch, dass wir diese jungen Leuten zu einem Abschluss führen.“

“Wir müssen unsere Potenziale besser nutzen“, mahnte Nordrhein-Westfalens Arbeitsagentur-Chefin Christiane Schönefeld an. Dies sei umso dringlicher, als der Fachkräftemangel schon vor der Türe stehe. Schönefeld: „Wir müssen den Übergang von Schule in Beruf verbessern und so die Zahl der Jugendlichen ohne Schulabschluss verringern.“ Die Berufsbildungsmaßnahmen, die die Arbeitsagentur anbiete, entsprächen nicht den Bedürfnissen, wie sie für Jugendliche im Werkstattjahr notwendig seien. Schönefeld: „Das Werkstattjahr hat einen guten Ruf und große Akzeptanz für diejenigen, die sonst nicht gefördert werden.“

Deshalb könne die Abbruchquote auch nicht gegen das Werkstattjahr angeführt werden, meinte Reinlinde Steinhofer. „Da muss man sehr genau hinschauen. Denn auch diejenigen Jugendlichen, die aus dem laufenden Werkstattjahr in ein Ausbildungsverhältnis wechseln, werden als Abbrecher gewertet. Dabei ist ein solcher Wechsel genau das, was wir wollen.“ CDU-Fraktions-Vize Norbert Post regte an, zu überlegen, ob Lehrerinnen und Lehrer die Jugendlichen nicht bei den Trägern unterrichten. Das koste kaum mehr Geld, ist sich der CDU-Sozialexperte im Klaren, „gleichzeitig schaffen wir so ein niedrigschwelliges Bildungsangebot für die jungen Leute, die mit Schule eigentlich nichts mehr im Sinn haben wollen“. Und in der Diskussion kam die weitere Anregung, dass Werkstattjahr auf zwei Jahre auszudehnen, „weil die Jugendlichen in der Regel erst nach einem Jahr ankommen“.