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„Stellen wie Donum Vitae sind ein unverzichtbarer Bestandteil unserer Gesellschaft“

Quelle: www.mv-online.de

„Wir leisten auch ein Stück Seelsorge“

Zahlreiche Gäste waren zu der Feierstunde in die Sparkasse gekommen.

Zahlreiche Gäste waren zu der Feierstunde in die Sparkasse gekommen.
(Fotos: Rapreger)



-rew- RHEINE. Viele ermunternde Worte für die Arbeit der Beratungsstelle Donum Vitae – aber auch ein Blick auf das gesellschaftliche Umfeld, in dem die Schwangerschaftsberatungsstelle seit zehn Jahren arbeitet, prägten gestern eine Feierstunde zum zehnjährigen Bestehen in den Räumen der Sparkasse.
„Stellen wie Donum Vitae sind ein unverzichtbarer Bestandteil unserer Gesellschaft“, sagte Festredner Karl-Josef Laumann. Pastor Günter Hillebrand betonte, dass die Mitglieder des Vereins Donum Vitae gemäß ihrem christlichen Glauben in Notlagen helfen. Er nahm Donum Vitae auch gegen eine aktuelle Äußerung des Limburger Bischofs Tebartz van Elst in Schutz, der gesagt hatte, dass für Christen der Weg, den Donum Vitae beschreite, nicht in Frage komme. „Donum Vitae ist eine Vereinigung außerhalb der katholischen Kirche“, hatte der Bischof nach Angaben von Hillebrandt gesagt. „So denken und reden die Hierarchen in der Kirche“, sprach Hillebrandt deutliche Worte und stellte sich vor den Verein. Der Schein, den die Beratungsstelle am Ende ausstelle, sei „kein Freibrief für eine gewissensfreie Abtreibung“.

„Wir beraten nach einem Konzept, das einst die katholische Kirche mitentwickelt hat“, sagte Hildegard Lange, Vorsitzende von Donum Vitae, in ihrer Begrüßung. Bemerkenswert sei, dass nun schon seit zehn Jahren dasselbe Team in der Beratungsstelle zusammenarbeite. Die Arbeit finde im Konfliktfeld des Lebensrechts des Kindes und des Lebensrechts der Frau statt. „Diese Spannung kann uns nicht gleichgültig sein lassen“, so Lange. „Was wir leisten, ist auch ein Stück Seelsorge – Sorge um Leib und Seele. Die Kritik, die wir von kirchlicher Seite ertragen müssen, schmerzt und tut weh“, so Lange.

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Zehn Jahre Donum Vitae in Rheine

Zehn Jahre Donum Vitae in Rheine

Zehn Jahre Donum Vitae in Rheine

Laumann

Laumann
(Fotos: Rapreger)



Karl-Josef Laumann äußerte zwar Verständnis für die Position der Kirche, die 1999 aus der mit einer Bescheinigung endenden Beratung ausgestiegen war. „Es gibt aber gute Gründe, als Christ bewusst in einem so schwierigen Feld tätig zu bleiben“, sagte Laumann weiter. Der Streit darüber, ob das menschliche Leben mit einem Gesetz schützen könne, dauere schon lange an. „Aber ohne menschliche Zuwendung geht es eben auch nicht“, sprach der Politiker den Konflikt an.

Lange

Lange
(Fotos: Rapreger)



Laumann sprach sich für eine Verbesserung der Rahmenbedingungen für Familien aus. „Gute und sichere Arbeit ist eine unabdingbare Voraussetzung für die notwendige Sicherheit für eine Familie“, sagte der ehemalige Arbeitsminister. Er sprach sich dafür aus, die Arbeitswelt so umzubauen, dass in einer Familie Vater und Mutter berufstätig sein können. „Dieses Jubiläum sollte ein Zeichen sein, dass wir gemeinsam uns nicht damit abfinden, wenn Entscheidungen gegen Familien laufen“, sagte Laumann.