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„Zivile Nachfolgenutzung nicht vorstellbar“

Quelle: Münsterländische Volkszeitung

Jan Kuhlmann, Karl-Josef Laumann und Monika Lulay (v.l.) sprachen über die Zukunft der Bundeswehr in Rheine.

Jan Kuhlmann, Karl-Josef Laumann und Monika Lulay (v.l.) sprachen über die Zukunft der Bundeswehr in Rheine.
(Fotos: Wellmann)



Rheine. Die Überraschung des Abends kam eher zufällig zur Sprache. Rund 100 Besucher der CDU-Veranstaltung zur Zukunft der Bundeswehr hatten schon rege mit den Vortragenden diskutiert, als Oberst a.D. Jörg Walter eine Frage an das Podium stellte. „Ist damals nach den Auflösungen des Luftwaffengeschwaders und des Logistik-Regimentes nicht eine Zusage aus dem Verteidigungsministerium an die Stadt Rheine gegeben worden, wonach es für Bentlage die Zusage einer Stabilisierung gegeben hat? Gibt es da nicht eine Gesprächsnotiz bei der Stadt?“

„Ja, das ist so. Es gibt diesen Vermerk“, antwortete Erster Beigeordneter Jan Kuhlmann auf die Frage. In der Verwaltung gebe es einen Ordner mit allen Gesprächsvermerken aus dieser Zeit. „Darin gibt es diese klare Zusage“, sagte Kuhlmann.

Schlepphorst

Schlepphorst
(Fotos: Wellmann)



„Vorsichtig optimistisch“ zur Zukunft der Heeresflieger in Bentlage äußerte sich Oberstleutnant Reinhard Schlepphorst, der als Vorsitzender der Interessengemeinschaft des fliegenden Personals bei der Bundeswehr in der CDU-Versammlung sprach. „Der neue Verteidigungsminister de Maiziere hat zugesagt, dass er sich die notwendige Zeit für die Reform nehmen wird“, begründete Schlepphorst seinen Optimismus.

„Bis heute haben wir keine Nachfolgenutzung für den Flugplatz in Dreierwalde. Da wurden bislang viele Luftschlösser gebaut“, sagte Karl-Josef Laumann, Fraktionsvorsitzender der CDU im NRW-Landtag. In den vergangenen Jahren habe es viele Appelle im Raum Rheine gegeben, „wo nur noch Fahnen eingerollt wurden“. „Wir haben die Luftwaffe und die Logistik abgegeben. Wenn man zweimal nichts erreicht hat, dann können wir vielleicht jetzt etwas erreichen. Aber erzwingen kann niemand etwas“, sagte Laumann. Er sagte zu, auch mit dem neuen Bundesverteidigungsminister zu reden: „Wir möchten Standort bleiben. Aber am Ende wird es so sein, dass der Verteidigungsminister mit einer bestimmten Summe Geld eine Armee betreiben muss“, richtete Laumann den Blick auf die Realpolitik.

Rege wurde in der CDU-Versammlung darüber diskutiert, dass in Bentlage derzeit viele Millionen Euro verbaut werden, obwohl die Zukunft der Heeresflieger ungewiss ist. „Die werden bis zum Jahr 2017 die 133 Millionen Euro verbauen. Das wurde heute noch einmal bestätigt“, sagte Erster Beigeordneter Jan Kuhlmann. 50 Millionen Euro wurden bereits investiert (MV berichtete gestern). Auf die Frage „Wie will man das den Bürgern erklären?“ hatte niemand eine Antwort. „Wir haben uns bei der Fürstenberg-Realschule gerade anders entschieden“, sagte Kuhlmann. Und Reinhard Schlepphorst stellte angesichts der Dimensionen der neuen Hallen in Bentlage klar: „Ich kann mir keine zivile Nachfolgenutzung für die Hallen und den Flugplatz in Bentlage vorstellen“.

Auch das Thema, dass die Bundeswehr in Rheine sehr akzeptiert ist, spielte eine große Rolle. „Die Soldaten waren immer gerne hier“, sagte Udo Bonk, der die Versammlung leitete. „Freiwillige bekommt man dort am besten, wo die Akzeptanz der Bundeswehr am höchsten ist. Das ist hier der Fall“, sagte Jörg Walter unter Hinweis auf den Wegfall des Grundwehrdienstes.