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Einsegnung St. Sophienhaus: Leben wie in einer Familie

Quelle: www.muensterschezeitung.de Von Dorothee Zimmer

METELEN Der Neubau des St. Sophienhauses war dringend erforderlich.

„Mit den vorhandenen Räumen stießen wir an unsere Grenzen.“Das betonte Gregor Wortmann, Geschäftsführer der Tectum Caritas, bei der offiziellen Einsegnung des Gebäudes (MZ berichtete). Wortmann, der Nachfolger des maßgeblich an dem Projekt beteiligten Rolf Schürmann, sagte, es habe gerade auch in Hinblick auf gewachsene Standards keine Alternative zu dem Neubau gegeben.

Zukunftsfähige Ideen seien hier nicht zuletzt durch die engagierte Beteiligung von Bewohnern und Mitarbeitern realisiert worden. „Die Bewohner fühlen sich in Metelen seit 30 Jahren wohl, auch deshalb war es unser Wunsch, das Wohnangebot vor Ort aufrecht zu erhalten“, so Gregor Wortmann.

Unter den Gästen bei der Feier zur Einsegnung, die von Pastor Thomas Stapper und Josef Wichmann vorgenommen wurde, war auch der Vorsitzende der CDU-Landtagsfraktion, Karl-Josef Laumann. Ein Merkmal des Neubaus fand Laumann sonders wichtig: „Ich freue mich sehr, dass jeder Bewohner jetzt ein Einzelzimmer hat.“

Einzelzimmer kein Luxus

Laumann, der in seiner Eigenschaft als Vorsitzender des NRW-Stiftungsrates Wohlfahrtspflege der Einsegnung beiwohnte, erklärte, dass ein Einzelzimmer in Altenheimen die Regel sei, in Behindertenheimen jedoch nicht – für ihn ein unhaltbarer Zustand: „Ich glaube, dass ein eigenes Zimmer kein unbezahlbarer Luxus ist.“

Von der Stiftung, die laut Laumann den Grundsatz verfolgt, soziale und gemeinnützige Projekte zu fördern, sind rund 640 000 Euro an Zuschüssen in die Wohneinrichtung geflossen. Die Stiftungsmittel stammen zum Teil aus den Gewinnerlösen der Spielbanken, erklärte Laumann, der sowohl den Bürgern als auch den Mitarbeitern ein großes Lob aussprach für deren Einsatz, „damit die Menschen mit Behinderungen hier ein gutes Leben haben“.

„Seit 30 Jahren ist das St. Sophienhaus ein Begriff“, sagte Renate Lemm, Kreisvorsitzende des Gesundheits- und Sozialausschusses. „Die Bewohner leben hier zusammen wie in einer Familie, der auch christliche Werte wie beispielsweise Respekt vor dem Nächsten wichtig ist.“ Das entstandene Gesamtkonzept werde den Bewohnern gerecht, „vor allem für sie ist es gewinnbringend“.

Alte Glücke bleibt erhalten

Dass sie hier ein Zuhause finden, in dem sie sich wohlfühlen, hoffte die stellvertretende Bürgermeisterin Margret Hasken, die wie Leusbrock das gute Miteinander betonte: „Man kennt die Bewohner und man akzeptiert sie. Wir möchten sie nicht missen.“
Vielleicht, so Hasken, gelinge es, dem Neubau auf Dauer einen ähnlich ortsbildprä-genden Charakter zu verleihen wie dem alten Krankenhaus, dem der Abriss bevorsteht.

Die alte Glocke, so hatte es Gregor Wortmann zuvor angekündigt, solle indes erhalten bleiben und auch künftig läuten.