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Deftige Mahlzeit mit Politik gewürzt

Quelle: www.noz.de

Westerkappeln. So langsam macht das CDU-Grünkohlessen dem Stutensoppenessen im (inoffiziellen) Rennen um die größte Westerkappelner Verköstigungsveranstaltung Konkurrenz. Denn wenn es so weitergeht, lässt die CDU-Kohl-Party das Zwiebel-Event des Kultur- und Heimatvereins – zumindest was die Besucherzahlen angeht – hinter sich.


Mit Karl-Josef Laumann (rechts) und dem Bundestagsabgeordneten Dieter Jasper (links) konnte CDU-Vorsitzender Hermann Tüpker (neben Laumann) zwei besonders prominente Gäste zum Grünkohlessen begrüßen. Foto: Thorsten Kleinhubbert

 

Rund 160 Freunde des Grünkohls haben es sich am Freitagabend im „Langenbrücker Hof“ schmecken lassen – und damit mehr als doppelt so viele wie im vergangenen Jahr, als die Sause noch im Westerkappelner „Kuckucksnest“ über die Bühne ging.

Zu Gast bei der elften Auflage waren auch Karl-Josef Laumann, CDU-Fraktionsvorsitzender im NRW-Landtag, Dieter Jasper, CDU-Bundestagsabgeordneter des hiesigen Wahlkreises, sowie Vertreter der CDU-Verbände Ostercappeln, Lotte und Mettingen.

Hermann Tüpker, Vorsitzender der Westerkappelner Ortsunion und bekennender Grünkohl-Fan, war begeistert über die „Hinzugewinne“. „Das ist genau das, was wir angestrebt haben“, freute er sich. „So viele Besucher, ich weiß gar nicht, wo das enden soll.“

Karl-Josef Laumann war ebenfalls mächtig beeindruckt: „Dass ich das noch erleben darf, dass die Westerkappelner CDU 160 Leute im Saal hat.“

Da das Thema Politik beim Grünkohlessen nicht gänzlich fehlen sollte, verlor CDU-Oppositionsführer Laumann einige Worte über die aktuelle Politik. Dabei zog er vor allem ein positives Fazit des abgelaufenen Jahres: „Ende des vergangenen Jahres haben wir uns alle viele Sorgen gemacht, wie wir angesichts der Finanzkrise durchs Jahr kommen sollen – und jetzt haben wir den höchsten Beschäftigungsstand seit Anfang der 90er und die Krise des Euro ganz gut in den Griff bekommen.“

Zu verdanken sei dies dem effektiven Handeln der deutschen Politik. Deshalb habe diese auch die deutschlandweit schlechten Wahlbeteiligungen und die zunehmende Politikverdrossenheit nicht verdient, befand Laumann.

Der Riesenbecker mahnte an, in Zukunft noch besser auf die Staatsfinanzen aufzupassen, und beurteilte die in der vergangenen Woche getroffene Entscheidung des nordrhein-westfälischen Verfassungsgerichtshofs als „absolut richtig“. Die Richter in Münster hatten der NRW-Regierung auf eine Normenkontrollklage der CDU- und FDP-Landtagsfraktionen hin aufgegeben, vorerst keine weiteren Kredite aufzunehmen. „Wir als Opposition müssen darauf achten, dass die Regierung Recht und Gesetz einhält“, sagte Laumann.

Als eine der größten Herausforderungen der Zukunft wertete der frühere NRW-Arbeitsminister die Ordnung der nordrhein-westfälischen Schullandschaft. „Die politischen Parteien müssen das ewige Gegeneinander über Schulformen ablegen“, forderte Laumann. „Und das sage ich nicht nur als Politiker, sondern auch als Familienvater.“

Laumann sieht in diesem Jahr durchaus Luft nach oben – Neuwahlen inklusive: „Wer weiß? Vielleicht komme ich als Minister aus dem Jahr heraus und nicht mehr als Oppositionsführer.“

Nach Laumanns ausführlicher Stellungnahme machten sich schließlich alle über Grünkohl, Wurst und Kassler her – und so mancher konnte den nach dem leckeren und deftigen Mahl servierten Schnaps gut gebrauchen. Dass CDU-Ratsfrau Heike Cizelsky am meisten Grünkohl von allen verputzt hatte, darf bezweifelt werden. Den Titel „Grünkohlkönigin 2011“ bekam sie aber dennoch verliehen.

Besonderen Grund zur Freude hatten am Freitagabend die Gewinner der Tombola. Als ersten Preis gab es ein Wochenende mit einem Elektro-Mobil. Die Gewinner des zweiten und dritten Preises durften mit Reisegutschein und MP3-Player nach Hause gehen.

Heinz Siemering alias Heinz der Zauberer sorgte schließlich dafür, dass beim Grünkohlessen auch die Lachmuskeln kräftig zu ihrem Recht kamen. Der selbst ernannte Schelm unter den Magiern kam bestens an.