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Landwirtschaftlicher Kreisverbandstag in Coesfeld

Quelle: www.wn-online.de

„Wir befinden uns in der heißen Phase“

 

Spannende Diskussion in der Steverhalle in Senden beim Kreisverbandstag der Landwirte mit (kleines Bild) Europa-Ministerin Dr. Angelica Schwall-Düren, CDU-Vorsitzenden Karl-Josef Laumann (r.) und Kreisverbandsvorsitzenden Franz Kückmann. Fotos: dej

Spannende Diskussion in der Steverhalle in Senden beim Kreisverbandstag der Landwirte mit (kleines Bild) Europa-Ministerin Dr. Angelica Schwall-Düren, CDU-Vorsitzenden Karl-Josef Laumann (r.) und Kreisverbandsvorsitzenden Franz Kückmann. Fotos: dej



Kreis.Coesfeld. „Manch ein Berufsstand würde sich freuen, wenn er es gleich zu Jahresbeginn auf sämtliche Titelseiten schafft“, leitete Raphael van der Poel, Geschäftsführer des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes Coesfeld, seinen Jahresbericht ironisch ein. Der Skandal um die belasteten Futtermittel stand beim Kreisverbandstag gestern zwar nicht auf der Tagesordnung, tauchte seiner Aktualität wegen jedoch verschiedentlich in dem knapp vierstündigen Programm in der Sendener Steverhalle auf. Mit Dr. Angelica Schwall-Düren, NRW-Ministerin für Bundesangelegenheiten, Europa und Medien, und Karl-Josef Laumann, CDU-Fraktionsvorsitzender im Landtag, hatte sich auch das hochkarätig besetzte Podium mit dem Ruf nach mehr Kontrolle auseinanderzusetzen.

Unter der Moderation von Dr. Norbert Tiemann, Chefredakteur der Westfälischen Nachrichten, entwickelte sich unter der Überschrift „Unser ländlicher Raum im Europa der Zukunft“ eine lebhafte Diskussion, in der sich Schwall-Düren als Regierungsvertreterin und Laumann für die Opposition in Sachen Strategien, Finanzierung und Image der Landwirtschaft auf den Zahn fühlen lassen mussten. „Wir befinden uns jetzt in der heißen Phase“, spielte Schwall-Düren auf die Umsetzung einer gemeinschaftlichen Agrarpolitik ab 2014 an und appellierte an den Verband und den Berufsstand, sich jetzt entschlossen in die Diskussion mit einzubringen. Einig sei man sich von Düsseldorf bis Brüssel, dass Reformen nötig und gewollt seien.

Laumann forderte eine ideologiefreie Politik, in der kleine und große, konventionelle und ökologisch produzierende Betriebe nicht gegeneinander ausgespielt werden dürfen: „Zukunftsfähige Betriebe gibt es in allen dieser Gruppen, und sie verdienen Förderung.“

Auf den Nägeln brannte den Teilnehmern der gut besuchten Veranstaltung die Frage nach der Prämienzahlung. „Ziel eines jeden jungen Landwirtes ist doch selbstverständlich, aus der eigenen Wirtschaft heraus das Einkommen für die Familie zu bestreiten und die Prämien nicht zu brauchen“, stellte Franz Kückmann, Vorsitzende des Kreisverbandes, heraus. Dennoch bestünden derzeit etwa 50 Prozent des Einkommens der Höfe aus Prämien.

Kückmann führte die Frage nach landwirtschaftlichen Neubauten im Bereich der großen Stallanlagen ins Feld: „Wir müssen uns fragen, ob eine Reglementierung und Steuerung bei neuen Stallbauten volkswirtschaftlich richtig und sinnvoll ist.“

Anton Holz, Vizepräsident der Landwirtschaftskammer NRW, richtete den Fokus auf das Bild der Landwirtschaft in der Öffentlichkeit: „Der Diskussion in der Bevölkerung haben wir uns gestellt und tun es auch weiterhin.“