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Hausaufgaben gemacht

Quelle: www.wn-online.de , Hilmar Riemenschneider

Düsseldorf – Er sagt diesen Satz mit Bedacht: „Wir brauchen gute Handwerker genauso wie gute Hochschulabsolventen.“ Damit fasst Thomas Sternberg, schulpolitischer Sprecher der CDU-Landtagsfraktion, die Herausforderung zusammen. Die nordrhein-westfälischen Christdemokraten bestimmen ihre Schulpolitik neu, suchen nach einer Antwort auf die strukturellen und demografischen Herausforderungen. Rund 200 Delegierte diskutierten beim Schulkongress ihrer Partei am Wochenende im Düsseldorfer Landtag über das Konzept, das Sternberg zusammen mit Fraktionsvize Klaus Kaiser vorstellte. Sie präsentierten die Essenz aus acht Regionalkonferenzen.

„Wir wollen einen evolutionären Prozess und keinen revolutionären Umbau“, betonte Sternberg. Es geht um einen Gegenentwurf zur Gemeinschaftsschule, die Rot-Grün über einen Schulversuch einführen will. Die CDU treibt der Grundsatz, dass es „vielfältige Chancen für vielfältige Talente“ geben müsse, wie Kaiser sagt. Das von Rot-Grün propagierte längere gemeinsame Lernen werde den verschiedenen Begabungen der Schüler nicht gerecht.

Die Antwort der CDU ist ein Zwei-Säulen-Modell mit Gymnasium und Sekundarschule. In ihr werden Haupt- und Realschule zusammengefasst, bleiben aber wie in der im ländliche Raum schon eingeführten Verbundschule trotzdem bestehen. Denn eine Erkenntnis hat Sternberg aus den Regionalkonferenzen gezogen: Die Entwicklung der Hauptschulen hat ungeachtet sinkender Anmeldezahlen eine unterschätzte Schulform entstehen lassen. Fraktionschef Karl-Josef Laumann liegt das am Herzen: „Die Berufsorientierung der Hauptschulen darf nicht verloren gehen.“ Die Gleichwertigkeit von beruflicher und allgemeiner Bildung erhebt die CDU zum Grundsatz und schließt darum die Berufskollegs in Konzept ein.

Dabei verkennen die Christdemokraten nicht, dass immer weniger Eltern ihre Kinder an einer Hauptschule anmelden. Deshalb sollen die unter der schwarz-gelben Landesregierung eingeführten Verbundschulen den Kommunen helfen, flexibler auf den Schülerrückgang zu reagieren. Bis 2019 wird die Schülerzahl um 15,8 Prozent sinken, das sind 12 346 Klassen weniger, rechnete Sternberg vor. Deshalb sollen Verbundschulen schon mit 40 Schülern zweizügig starten können.

Grundsätzlich soll eine hohe Durchlässigkeit zwischen den Schulformen erreicht werden. „Jeder Abschluss bietet die Möglichkeit zum Anschluss“, formuliert Kaiser die Devise. Heißt: Die Schulabschlüsse bauen aufeinander auf.

Flankiert wird das Konzept zudem von einem verpflichtenden Lernjahr im Kindergarten sowie von einem Fortbildungsansatz für Lehrer, der von den Universitäten realisiert werden soll.

„Es ist eher fünf nach zwölf als fünf vor zwölf“, so Landesparteichef Norbert Röttgen. Am 11. Januar wird er mit Laumann einen Leitantrag vorlegen, über den die CDU dann bis zum Parteitag am 12. März abschließend beraten soll