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„Nur wenn sich das Land beteiligt“

Quelle: www.wn-online.de

Emsdettens CDU-Vorsitzender und Kubendorff-Kritiker Thomas Huesmann beschirmt Karl-Josef Laummann, der sich den wütenden Demonstranten stellte.Foto:

Emsdettens CDU-Vorsitzender und Kubendorff-Kritiker Thomas Huesmann beschirmt Karl-Josef Laummann, der sich den wütenden Demonstranten stellte.Foto:
(Achim Giersberg)



Lienen/Kreis Steinfurt – Das erinnerte fast schon an „Stuttgart 21“: Mehr als 100 Befürworter der Emsdettener Westumgehung K 53 n waren mit zwei Bussen zum CDU-Parteitag gekommen, um gegen dagegen zu protestieren, dass Landrat Thomas Kubendorff das Multi-Millionen-Projekt aus finanziellen und ökologischen Gründen, ebenso wie andere Straßenbauvorhaben im Kreis, nicht weiter verfolgen will. Das hatte Kubendorff bei der Etat-Einbringung vergangene Woche kundgetan und damit einen Sturm des Protestes vor allem in Emsdetten ausgelöst; aber auch in Ibbenbüren regt sich Widerstand gegen die angekündigte „Streichung“ der dortigen K 24 n.

„Westumgehung jetzt“ skandierten die Demonstranten immer wieder und sorgten mit Trillerpfeiffen und Tröten für einen Höllenlärm. Offenbar ermuntert wurden sie vom Emsdettener CDU-Vorsitzenden Thomas Huesmann, der den Landrat im Vorfeld scharf Worten attackiert und ihm „Wortbruch“ vorgeworfen hatte. Dem blieb ein öffentliches Spießrutenlaufen allerdings erspart, denn er erschien erst mit gehöriger Verspätung, als sich die Aufmerksamkeit der Medien längst in den Saal verlagert hatte.

Statt dessen stellte sich der zu diesem Zeitpunkt noch amtierende Kreis-Vorsitzende Karl-Josef Laumann den Demonstranten. Er könne ihren Unmut verstehen, meinte Laumann, wies aber auch auf fehlendes Geld hin – schließlich wollten die Bürggermeister ja keine höhere Kreisumlage für die Westumgehung. Er persönlich stehe auf dem Standpunkt, dass das Planfeststellungsverfahren für die Umgehung beendet werden solle. „Dann müssen wir aber überlegen“, meinte Laumann und betonte, dass ein Bau der Straße ohne eine Beteiligung des Landes NRW „sicher nicht vorstellbar“ sei.

Die CDU-Kreistagsfraktion werde sich am 12. November in Emsdetten nochmals mit dem Thema beschäftigen, kündigte er an. Dazu würden dann auch Vertreter der Bürgerinitiative für die Westumgehung eingeladen.

VON ACHIM GIERSBERG, STEINFURT