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CDA ehrt Norbert Blüm mit einer Festveranstaltung

Quelle: www.cda-bund.de

„Dein langjähriges Wirken für und im Sinne der CDA erfüllt uns mit Stolz. Ich persönlich aber auch wir als CDA können uns glücklich schätzen, dass Du mit deiner öffentlichen Präsenz auch nicht müde wirst – gegen viele Wiederstände auf die zentralen Baustellen der Sozialpolitik hinzuweisen und mit Deinen Visionen immer wieder aufzurütteln“, sagte der heutige CDA-Bundesvorsitzende Karl-Josef Laumann zu einem seiner früheren Vorgänger im Amte. Norbert Blüm feierte am 21. Juli diesen Jahres seinen 75. Geburtstag. Aus diesem Grund ehrte ihn die CDA mit einer Festveranstaltung im Konrad-Adenauer-Haus in Berlin. Unter dem Titel „Tiefschlag oder Tatendrang. Die Zukunft der christlich-sozialen Bewegung“ sprachen neben Laumann auch der Erzbischof von München und Freising und künftige Kardinal Dr. Reinhard Marx, die Bundeskanzlerin und CDU-Parteivorsitzende Dr. Angela Merkel sowie der Geehrte selbst. Fast 400 Teilnehmerinnen und Teilnehmer wollten sich dies nicht entgehen lassen.

Laumann skizzierte in seiner Rede den Weg Blüms in der CDA. Wie er vom Hauptamtlichen Mitarbeiter über den Posten des CDA-Hauptgeschäftsführers schließlich CDA-Bundesvorsitzender geworden sei. Außerdem hob er die Leistungen Blüms in seiner Zeit als Minister für Arbeit und Sozialordnung hervor:  Du warst der Fels in der Brandung, dass der Kern des Sozialstaats sowie die Tarifautonomie nicht angetastet wurden. Du warst Garant gegen zu weit gehende soziale Kürzungen und triebst mit der Pflegeversicherung als fünfte Säule die sozialen Sicherung in Deutschland voran.“ Zugleich nutzte Laumann aber auch die Gelegenheit um beispielhaft 2 zentrale Themen für die Christlich-Sozialen anzusprechen, bei denen sie ihren Tatendrang ausleben sollen und müssen: die gerechte Lohnfindung und die Zukunft der Familie.

Heiner Geißler, der leider aufgrund seiner Schlichtertätigkeit in Stuttgart nicht an der Veranstaltung teilnehmen konnte, ließ es sich nicht nehmen via email seine Glückwünsche zu übermitteln. Er würdigte Norbert Blüm als den besten Arbeits- und Sozialminister, den die Bundesrepublik Deutschland in den vergangenen 61 Jahren hatte. „Und er hat in allen wichtigen Fragen Recht behalten. Es gibt zur solidarischen Rentenversicherung keine ökonomisch vernünftige Alternative. Man kann nicht ein ganzes Volk für die Alterssicherung seiner Generationen auf den Kapitalmarkt verfrachten“, so Geißler in seiner email weiter.

Der Erzbischof Dr. Reinhard Marx schrieb der Christlich-Sozialen Bewegung ins Stammbuch, dass sie nicht komatös werden dürfe. Um diese „Schlafneigung“ zu verhindern, müsse man die Menschen darauf aufmerksam machen, dass es noch zu tun gibt. Die Welt, wie sie hier sei, sei weiterhin verbesserungswürdig. Marx bezeichnete es al einen „großen Irrtum“, dass man dazu neige die gesellschaftlichen Strukturen an die Strukturen der Finanzmärkte anzupassen. Er forderte weiterhin den Kampf gegen den überdrehten Kapitalismus, der noch lange nicht ad acta gelegt sei. „Die Krise ist nicht einfach vorbei. Wir müssen darauf hinarbeiten, dass die Finanzmärkte für die Gesellschaft arbeiten“, so Marx. Und weiter: „Die Ressourcen der christlich-sozialen Bewegung für die Erneuerung unseres Landes ist noch nicht erschöpft!“

Die Kanzlerin und CDU-Parteivorsitzende lobte Blüm als leuchtendes Beispiel dafür, dass die Sorge um das Gemeinwesen keine Altersgrenzen kenne. Nicht nur die CDA, sondern sie sage auch im Namen der CDU Norbert Blüm als „leidenschaftlichem Streiter für die Arbeitnehmerinteressen“ Dank. In ihrer Laudatio betonte Merkel mit Blick auf die Krise, dass die Soziale Marktwirtschaft allergrößte Bedeutung dafür habe, dass es halbwegs gerecht zugehe. Sie werde sich dafür einsetzen, dass die Grundgedanken der Sozialen Marktwirtschaft bei der Schaffung einer globalen Ordnung Eingang fänden. Der Homo sapiens dürfe nicht zum homo oecomicus degenerieren.

Norbert Blüm selber ging an den Beispielen Herkunft, Zufall und Vorbilder der Frage nach, warum er ein „Schwarzer“ sei. Das bildete aber nur den Rahmen für seine mahnenden Worte.  Die Grenzen der Parteien seien nicht die Grenzen der sozialen Gerechtigkeit. Jetzt, da Kommunismus, Sozialismus aber auch der Kapitalismus am Ende seien – auch wenn der Kapitalismus meine, er wäre noch am Leben“ suche die Welt nach einer Lösung jenseits von Sozialismus. Blüm schwor das Publikum ein: „Jetzt ist unsere Bewährungsprobe. Jetzt ist die Stunde der christlich-sozialen Bewegung.“ Ob die christlich-soziale Bewegung diese Chance genutzt habe, würden spätere Generationen zu entscheiden haben. Jetzt gehe es um die Anerkennung der Arbeit. Eigentum werde nur Überleben im Zusammengehen mit Arbeit. Die Aussage, dass Geld arbeite, sei ein Angriff auf die Wertschätzung menschlicher Arbeit. „Ich habe Geld noch nie Arbeiten sehen!“, ruft Blüm in die Menge. Blüm geht es auch um die Frage nach dem gerechten Lohn. Die Arbeitnehmer dürften nicht auf den Konsumlohn abgedrängt werden. Die Christlich-Sozialen würden die richtige Frage stellen „Wieso wird die Restgröße (Gewinn) nur einer Seite zugeschlagen?“ Arbeit und Kapital als Rollenbegriffe einer Partnerschaft müssten miteinander versöhnt werden. Die Arbeitnehmer müssten mehr am Gewinn eines Unternehmens beteiligt werden. Man habe sich in der Vergangenheit auf eine niedliche Sparförderung abdrängen lassen. Das reiche nicht. Die christlich-soziale Bewegung habe die Ideen, die die Welt bewegen können. „Wir brauchen aber Leute, die die Ideen leben!“, so Blüm.