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Karl-Josef Laumann zu Besuch beim Streetworker in Hörstel

Quelle: www.ivz-online.de


Streetworker Carsten Feltkamp diskutierte mit Karl-Josef Laumann über die Jugendarbeit.
Streetworker Carsten Feltkamp diskutierte mit Karl-Josef Laumann über die Jugendarbeit.
(Foto: Althelmig)



Hörstel. Wie ist die Situation der Jugendlichen in Hörstel? Diese Frage stellte der Ex-Minister für Arbeit und Soziales NRW und jetzige CDU-Fraktionsvorsitzende im Düsseldorfer Landtag, Karl-Josef Laumann, in der evangelischen Jugendhilfe.
Verwaltungsleiter Gregor Krabbe und Pädagogischer Leiter Martin Klein erklärten, es sei für eine kleine, ländliche Stadt wie Hörstel eher ungewöhnlich, einen Streetworker zu beschäftigen. Man erwarte eigentlich, dass diese Arbeit auf dem Land weniger notwendig sei. Doch die präventive Arbeit habe sich bewährt und zeige schon früh Erfolge.

Videobeitrag auf http://www.mazztv.de/?channel=3

 

Carsten Feltkamp, der seit etwas mehr als einem Jahr als Streetworker der evangelischen Jugendhilfe in Hörstel mit 30 Stunden arbeitet und von der Stadt Hörstel finanziert wird, stellte übersichtlich dar, wo soziale Brennpunkte liegen.

In Hörstel und Dreierwalde träfen sich eher große Cliquen, in Bevergern und Riesenbeck seien kleinere Gruppen anzutreffen. Im alten Feuerwehrhaus Hörstel seien inzwischen zwei Cliquen á 20 Personen täglich heimisch, die überwiegend – aber nicht nur – aus „Russlanddeutschen“ bestünden. Dort schaue er regelmäßig zu, so Feltkamp, dort liefe alles sehr gut.

An der Skateranlage in Hörstel sei in diesem Sommer recht viel los gewesen, dort sind mehrere Cliquen anzutreffen. Anfängliche Konflikte seien nicht mehr vorhanden, zudem trage der Sport zu einer guten Gemeinschaft bei. Auch in Dreierwalde sind Treffpunkte wie unter der Aabrücke bekannt.

In Riesenbeck treffen sich etliche Jugendliche am Edeka-Parkplatz. Dort gebe es am ehesten Konflikte, wenn auswärtige Jungen mit ihren Autos kämen, um Mädchen einzuladen, weiß Feltkamp. In Hörstel gebe es aber auch Treffen auf der Straße. Diese Jugendlichen hätten meist keinen Job, seien nicht im Verein, nähmen die Angebote für Jugendliche nicht wahr, seien sozial benachteiligt und hätten keine altersgerechte Kommunikation. Sie treiben sich einfach in der Stadt herum.

Diskutiert wurde mit Laumann über die Alkoholgewohnheiten der Jugend. Dass eine Flasche Wodka für eine Gruppe günstiger sei, als eine Kiste Bier, erkläre den Griff nach harten Drogen. Außerdem sei sie leichter zu tragen und es müsse kein Pfand entsorgt werden. Junge Mädchen, die im Ruf stehen, Wodka aus der Flasche zu trinken verteidigte Feltkamp. Den Gruppenzwang, mitzutrinken, lösten einige, indem sie so tun, als würden sie trinken. Bei einem Glas Wodka oder einer Flasche Bier fiele es auf, wenn sie nicht leer werde.